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Berkshire Hathaway: Precision Castparts – von der Abschreibung zum Milliardenwert

Berkshire Hathaway: Precision Castparts – von der Abschreibung zum Milliardenwert

Die Berkshire Hathaway erwarb Precision Castparts 2016 für 37,2 Milliarden US-Dollar. Warren Buffett räumte später Überoptimismus und eine Fehleinschätzung ein, was 2020 zu einer Abschreibung von 11 Milliarden Dollar führte. Aktuell profitiert das Unternehmen von Engpässen bei Turbinenkomponenten und steigender Nachfrage durch KI-Rechenzentren. Schätzungen sehen einen Wert von rund 100 Milliarden Dollar. Dieser Artikel beleuchtet die Entwicklung, die aktuelle Marktlage und die Auswirkungen auf Berkshire Hathaway.

Warum galt die Übernahme von Precision Castparts zunächst als Fehlinvestition?

Warren Buffett erläuterte 2016 in seinem Jahresbrief an die Aktionäre, dass Berkshire Hathaway für die Übernahme von Precision Castparts zu viel gezahlt habe. Die 37,2 Milliarden US-Dollar umfassende Transaktion basierte auf einer zu optimistischen Einschätzung der künftigen Erträge. Die Luftfahrtbranche als wichtigster Kunde erlebte durch die Covid-19-Pandemie einen starken Einbruch. Buffett sprach von einer Fehleinschätzung, die durch die Rezession offengelegt wurde. In einer CNBC-Interview zum Zeitpunkt der Ankündigung räumte er einen sehr hohen Multiplikator ein, betonte aber sein Vertrauen in CEO Mark Donegan und die langfristigen Aussichten. Die Abschreibung von 11 Milliarden Dollar im Jahr 2020 machte die Überbewertung endgültig sichtbar. Die damalige Begründung lautete, dass die Prognosen für die Erträge der komplexen Metallkomponenten zu hoch angesetzt worden waren. Die Pandemie traf die Luftfahrtindustrie besonders hart und offenbarte die Diskrepanz zwischen gezahltem Preis und tatsächlicher Profitabilität. Dennoch hob Buffett bereits 2016 die Qualität des Managements hervor und blieb langfristig optimistisch. Die Abschreibung diente somit als klare Korrektur der ursprünglichen Bewertung, ohne das grundsätzliche Vertrauen in das operative Geschäft zu erschüttern.

Welche Produkte von Precision Castparts sind derzeit besonders gefragt?

Precision Castparts stellt komplexe Metallkomponenten her, darunter Turbinenschaufeln für Flugzeugtriebwerke. Dieselben Teile werden auch in Gasturbinen für die Stromerzeugung eingesetzt. Die Nachfrage nach solchen Komponenten steigt derzeit stark, weil Rechenzentren für Künstliche Intelligenz große Mengen an zuverlässiger Energie benötigen. Reuters berichtet von einem aktuellen Engpass bei diesen Spezialprodukten. Die Luftfahrtindustrie erholt sich allmählich, während der Bedarf an Gasturbinen für KI-Anwendungen zusätzlichen Druck erzeugt. Damit rückt die einst als problematisch geltende Beteiligung wieder in den Fokus. Die Komponenten sind für die Leistung moderner Turbinen unverzichtbar und können nur von wenigen Herstellern in der erforderlichen Qualität geliefert werden. Die Kombination aus wiederbelebter Luftfahrt-Nachfrage und dem neuen Energiebedarf der KI-Branche schafft eine Situation, in der Angebot und Nachfrage deutlich auseinanderklaffen. Dies führt zu längeren Lieferzeiten und höheren Preisen für die Produkte von Precision Castparts. Die Entwicklung zeigt, wie sich externe Marktveränderungen auf die ursprünglich kritisierte Investition auswirken können.

Wie bewertet Barron’s das Unternehmen im Vergleich zum Kaufpreis?

Barron’s schätzt den Wert von Precision Castparts auf etwa 100 Milliarden US-Dollar. Die Bewertung ergibt sich aus dem 26-fachen der für 2027 erwarteten Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. GE Aerospace zahlte kürzlich 11,75 Milliarden US-Dollar für den Konkurrenten Consolidated Precision Products. Dieser Preis entspricht ebenfalls dem genannten Multiplikator. Im Vergleich zum ursprünglichen Kaufpreis von 2016 hat sich der geschätzte Wert somit mehr als verdreifacht. Ein früherer Artikel sprach noch von 60 bis 75 Milliarden Dollar und bezeichnete die Einheit als einen der wertvollsten Bereiche von Berkshire. Die aktuelle Schätzung liegt damit deutlich über früheren internen Bewertungen. Die Transaktion von GE Aerospace dient als Referenzpunkt für den gesamten Markt und unterstreicht die Knappheit vergleichbarer Hersteller. Analysten sehen darin einen Beleg dafür, dass die einstige Abschreibung heute durch die Marktentwicklung mehr als kompensiert wird. Die Differenz zwischen damaligem Kaufpreis und heutiger Schätzung verdeutlicht, wie stark sich die Rahmenbedingungen verändert haben.

Wie reagiert der Aktienkurs von Berkshire Hathaway auf die Entwicklung?

In der vergangenen Woche legten die Berkshire-Aktien der Klassen A und B um rund 0,9 Prozent zu, während der S&P 500 um 0,8 Prozent fiel. Trotz dieser relativen Stärke liegen die Berkshire-B-Aktien im Jahresverlauf mehr als 10 Prozentpunkte hinter dem S&P 500. Analysten von Barron’s empfehlen, die Leistung der Tochtergesellschaft stärker zu kommunizieren, um neue Investoren anzusprechen. Die Aktien profitierten von einer leichten Abweichung vom allgemeinen Marktrückgang, der four Tage in Folge andauerte und mit steigenden Ölpreisen sowie höheren Anleiherenditen zusammenhing. Die Outperformance in einer schwierigen Marktwoche zeigt, dass Anleger die verbesserte Lage der Beteiligung zumindest teilweise wahrnehmen. Dennoch bleibt die Gesamtperformance hinter dem breiten Markt zurück, was auf die begrenzte Sichtbarkeit der Wertsteigerung zurückgeführt wird. Die Kursentwicklung verdeutlicht, dass positive Nachrichten aus der Tochter nicht automatisch zu einer entsprechenden Bewertung der Berkshire-Aktie führen.

Welche Rolle spielt Greg Abel bei der Bewertung der Beteiligung?

Greg Abel, der designierte Nachfolger von Warren Buffett, nimmt wie dieser nicht an Analysten-Telefonkonferenzen teil. Dadurch bleibt die wachsende Bedeutung von Precision Castparts für den Konzernwert weitgehend unbeachtet. Barron’s sieht darin einen Grund, warum Berkshire Hathaway am Markt nicht ausreichend für den Wertanstieg der Beteiligung honoriert wird. Die fehlende Kommunikation erschwert es, den Beitrag der Einheit zum Gesamtwert sichtbar zu machen. Ohne regelmäßige Erläuterungen in Investorenveranstaltungen bleibt die Erfolgsgeschichte der Tochter weitgehend intern. Dies könnte langfristig dazu führen, dass neue Generationen von Anlegern die tatsächliche Wertschöpfung innerhalb des Konglomerats unterschätzen. Die Empfehlung von Barron’s zielt daher auf eine aktivere Darstellung der operativen Fortschritte ab.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Warren Buffett und Precision Castparts

Wie hoch war der ursprüngliche Kaufpreis für Precision Castparts?

Berkshire Hathaway zahlte 2016 37,2 Milliarden US-Dollar für das Unternehmen.

Warum erfolgte 2020 eine Abschreibung von 11 Milliarden Dollar?

Die Abschreibung resultierte aus der durch die Pandemie verursachten Rezession in der Luftfahrtbranche und einer zu optimistischen Prognose der Erträge.

Welche Nachfrage treibt den Wert von Precision Castparts derzeit?

Engpässe bei Turbinenkomponenten und der steigende Bedarf an Gasturbinen für KI-Rechenzentren erhöhen die Nachfrage.

Welchen Wert schätzt Barron’s für Precision Castparts?

Barron’s kommt auf eine Bewertung von rund 100 Milliarden US-Dollar.

Wie entwickelte sich der Berkshire-Aktienkurs in der vergangenen Woche?

Die Aktien stiegen um etwa 0,9 Prozent, während der S&P 500 um 0,8 Prozent nachgab.