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Energiepreise Europa: Griechen sorgen sich um Kraftstoffe

Energiepreise Europa: Griechen sorgen sich um Kraftstoffe

In Griechenland äußern mehr als acht von zehn Befragten Sorgen um die Kosten. Viele reduzieren Ausgaben für Lebensmittel und medizinische Versorgung, um Rechnungen zu bezahlen.

Warum steigen die Energiepreise in Europa erneut?

Die Konflikte im Nahen Osten und die anhaltenden Folgen des Ukraine-Kriegs haben die Energieversorgung erneut gestört. Der Iran griff Schiffe im Persischen Golf an und beschränkte den Zugang durch die Straße von Hormus. Durch diese Meerenge fließt ein Fünftel des weltweiten Öls und Erdgases. Die Großhandelspreise für Gas in Großbritannien erreichten diese Woche 205 Pence pro thermische Einheit. Das ist der höchste Stand seit 2022 und ein Anstieg um 101 Prozent gegenüber Juni. Die Preise lagen Ende Februar noch bei 78 Pence. Großbritannien importiert etwa 70 Prozent seines Gases und ist daher besonders anfällig für Preisschwankungen. Der Ölpreis Brent überschritt am 9. September die Marke von 100 Dollar pro Barrel und blieb am Folgetag hoch. Die Störungen durch die Angriffe auf Schiffe und die eingeschränkte Passage verhinderten eine normale Sommerauffüllung der Lager zu niedrigeren Preisen. Dadurch fehlen nun die üblichen günstigen Nachschubmengen für den Winter. Die anhaltende geopolitische Unsicherheit lässt weitere Preissprünge befürchten.

Wie niedrig sind die Gasspeicher in Europa?

Die europäischen Speicher sind nur zu etwa 67 Prozent gefüllt. Der saisonale Durchschnitt liegt bei rund 80 Prozent. Deutschland erreicht nur etwa 50 Prozent seiner Kapazität und verfehlt damit das Ziel von 70 Prozent. Auch die Niederlande liegen unter ihrem 80-Prozent-Ziel. Großbritannien importiert etwa 70 Prozent seines Gases und verfügt über geringe eigene Speicherkapazitäten. Die Störungen im Sommer verhinderten die übliche Auffüllung zu günstigeren Preisen. Europa geht mit den niedrigsten Speicherständen seit über einem Jahrzehnt in den Winter. Die größte Speicherkapazität Europas liegt in Deutschland, doch selbst dort reichen die Füllstände nicht aus, um den offiziellen Zielwert zu erreichen. Die Niederlande verfehlen ebenfalls ihren nationalen Zielwert. Diese niedrigen Reserven erhöhen die Abhängigkeit von teuren Importen aus den USA und dem Nahen Osten. Die Situation verschärft sich, weil die Krise im Sommer die Nachfüllung blockierte.

Wie stark sind die Griechen von den Kraftstoffkosten betroffen?

31 Prozent der Griechen geben an, sehr besorgt über die Kraftstoffausgaben zu sein. Weitere 53 Prozent äußern ebenfalls Sorgen, glauben aber, die Kosten noch stemmen zu können. Damit fühlen sich mehr als acht von zehn Griechen finanziell belastet. Griechen, Italiener und Portugiesen zeigen in der Umfrage die größte Besorgnis. In Portugal erreichten Benzin- und Dieselpreise Anfang September historische Höchststände. Dies war die stärkste Preissteigerung seit vier Jahren und der höchste je gemessene Dieselpreis. Die Ipsos-Umfrage mit 10.000 Teilnehmern aus zehn Ländern bestätigt die besondere Betroffenheit südeuropäischer Staaten. Die anhaltende geopolitische Unsicherheit lässt weitere Preissprünge befürchten, die vor allem südeuropäische Haushalte treffen. Die Daten zeigen, dass die Belastung in Griechenland besonders hoch ist und viele Haushalte bereits jetzt an ihre Grenzen stoßen.

Welche Ausgaben kürzen Europäer zuerst?

Mehr als ein Drittel der Befragten hat im letzten Jahr Ausgaben für Lebensmittel und medizinische Versorgung gekürzt, um Energie- und Kraftstoffrechnungen zu bezahlen. Einwohner Moldawiens und Griechenlands nehmen solche Einschnitte bis zu dreimal häufiger vor als Menschen in Deutschland oder Großbritannien. Drei von zehn Europäern verzichten auf Autofahrten zur Arbeit. 23 Prozent haben bereits medizinische Termine aus Kostengründen abgesagt. Die wirtschaftliche Unsicherheit wird für viele zu einem dauerhaften Merkmal des Alltags. Etwa 29 Prozent der Europäer leben in prekären finanziellen Verhältnissen, 73 Prozent fürchten, die Kraftstoffkosten nicht mehr tragen zu können. Die Umfrage zeigt, dass die Kürzungen bei Grundbedürfnissen in Süd- und Osteuropa deutlich häufiger vorkommen als in Westeuropa. Die Folge ist eine zunehmende Energiearmut, die besonders vulnerable Gruppen trifft.

Welche weiteren Sparmaßnahmen ergreifen Haushalte?

Nach Urlauben und Familienbesuchen stehen Heizkosten und Warmwasser an nächster Stelle. Fast sieben von zehn Befragten haben mindestens eine Maßnahme ergriffen, etwas mehr als fünf von zehn sogar mehrere. Franzosen und Griechen schalten die Heizung in manchen Räumen ab. Moldawier verzichten auf bestimmte elektrische Geräte. Kalt duschen und reduzierte Raumtemperaturen gehören ebenfalls zu den genannten Strategien. Die Bewohner Moldawiens und Griechenlands greifen dabei am häufigsten zu mehreren Maßnahmen gleichzeitig. Die Kombination aus mehreren Einsparungen zeigt, wie stark die Belastung bereits jetzt ist und wie wenig Spielraum viele Haushalte noch haben. Die Maßnahmen reichen von der Abschaltung der Heizung bis hin zum Verzicht auf Warmwasser.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sind die aktuellen Gaspreise in Großbritannien?

Die Preise liegen bei 205 Pence pro thermischer Einheit, mehr als doppelt so hoch wie im Juni.

Wie viele Europäer sorgen sich um Kraftstoffkosten?

73 Prozent der Befragten in zehn Ländern fürchten, die Kosten nicht mehr tragen zu können.

Welche Länder sind besonders betroffen?

Griechenland , Italien und Portugal zeigen die höchsten Besorgniswerte. In Griechenland äußern über 80 Prozent finanzielle Sorgen.

Wie voll sind die europäischen Gasspeicher?

Die Füllstände liegen bei 67 Prozent, deutlich unter dem saisonalen Durchschnitt von 80 Prozent.

Welche Ausgaben werden zuerst gestrichen?

Urlaube, Familienbesuche, Autofahrten und medizinische Termine stehen an erster Stelle der Kürzungen.