Friedrich Merz wurde nach drei Anläufen CDU-Chef und nach zweiter Abstimmung Kanzler. 16 Monate später liegt seine Partei in Umfragen unter 20 Prozent, seine Zustimmungswerte im einstelligen Bereich. Vor den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern steht seine Position auf dem Prüfstand.
Wie Friedrich Merz Kanzler wurde
Friedrich Merz erreichte die CDU-Spitze erst beim dritten Versuch. Die Wahl zum Kanzler gelang erst in der zweiten Abstimmung im Bundestag. Damit schrieb er bereits vor Amtsantritt negative Geschichte. 16 Monate später dreht sich die öffentliche Debatte um die Frage, wie lange er noch im Amt bleiben kann. Die Zustimmungswerte liegen inzwischen im einstelligen Bereich. Die CDU erreicht bundesweit weniger als 20 Prozent und liegt mehr als zehn Punkte hinter der AfD. Bei den bisherigen Landtagswahlen 2026 erzielte die Partei ausschließlich negative Ergebnisse. Die kommenden Abstimmungen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gelten als entscheidend für seine Zukunft. Die Bürger erwarten Lösungen statt Verweise auf die Vorgängerin. Merz selbst kennt das Risiko und hat die Sitzung des Bundesvorstands bewusst vor den Exit Polls angesetzt.
Aktuelle Umfragedaten und Wahlergebnisse
Nach Angaben von dpa liegen die Zustimmungswerte für Merz inzwischen im einstelligen Bereich. Die CDU erreicht in bundesweiten Umfragen weniger als 20 Prozent und liegt mehr als zehn Punkte hinter der AfD. Bei den bisherigen Landtagswahlen 2026 erzielte die Partei ausschließlich negative Ergebnisse. Die kommenden Abstimmungen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gelten als entscheidend. Sollte die CDU in Mecklenburg-Vorpommern nur um die 6 Prozent erreichen, droht ein weiterer schwerer Rückschlag. Merz selbst wird für die schlechten Ergebnisse verantwortlich gemacht, auch wenn er auf die Hinterlassenschaft seiner Vorgängerin verweist. Die Partei liegt damit mehr als zehn Punkte hinter der AfD. Neue Wahlen oder anhaltende Unsicherheit würden weder Deutschland noch Europa nützen. Nur die AfD würde davon profitieren.
Das Ultimatum an die Parteispitze
Merz hat für 17 Uhr eine Sitzung des CDU-Bundesvorstands einberufen. Eine Stunde vor Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen will er der Führung ein Ultimatum stellen: Entweder volle Unterstützung für seine Reformen, einschließlich Zugeständnissen an die SPD, oder die Benennung eines Nachfolgers. Die Landesverbände müssen sich positionieren. Merz kennt das Risiko und hat die Sitzung bewusst vor den Exit Polls angesetzt. Sollte die Unterstützung fehlen, könnte er noch am selben Abend vor die Frage gestellt werden, wer ihn ersetzen soll. Die kommenden Tage zeigen, ob die Akteure Stabilität wahren können. Sollte die CDU in Mecklenburg-Vorpommern nur um die 6 Prozent erreichen, würde der Druck auf Merz massiv steigen.
Mögliche Nachfolger und deren Hürden
Als aussichtsreichster Kandidat gilt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst. Er zögert jedoch wegen offener außenpolitischer Fragen und der eigenen Landtagswahl im April 2027. Markus Söder aus Bayern oder Innenminister Alexander Dobrindt würden einen CSU-Kanzler bedeuten. Das lehnen viele CDU-Mitglieder traditionell ab. Ein Wechsel würde zudem eine erneute Koalitionsverhandlung mit der SPD erfordern. Wüst fühlt sich unsicher bei großen außenpolitischen Themen. Söder und Dobrindt als Kanzler aus der CSU würden innerhalb der CDU auf Widerstand stoßen. Sollte Merz zurücktreten, bliebe er bis zur Wahl eines Nachfolgers im Amt. Dieser bräuchte dann auch die Zustimmung der SPD, möglicherweise nach langen Verhandlungen über das Koalitionsprogramm. Ein Szenario sieht vor, dass der Nachfolger von der AfD unterstützt wird, was jedoch viele Tabus brechen würde.
Die Rolle der Landesministerpräsidenten
Acht christdemokratische Ministerpräsidenten veröffentlichten einen gemeinsamen Brief, in dem sie jede Debatte über einen Wechsel ablehnten. Der Brief nennt Merz nicht namentlich. Nach Informationen der Bild-Zeitung wurde er auf Initiative von Merz selbst verfasst und nicht von den Ministerpräsidenten selbst initiiert. Angela Merkel hatte regelmäßig Kontakt zu den Landeschefs gepflegt; Merz hatte dies zuvor nicht getan. Die Erklärung wirkt daher eher als Versuch der Landesfürsten, sich von der Verantwortung für die aktuelle Krise zu distanzieren, als echte Solidaritätserklärung. Merz hatte die Ministerpräsidenten erst in dieser Lage wieder kontaktiert. Die Verantwortung liegt bei den Akteuren in Berlin und den Landeshauptstädten.
Verantwortung und Kommunikationsprobleme
Merz führt die schwierige Lage auf die Hinterlassenschaft von Angela Merkel zurück: marode Infrastruktur, Energieabhängigkeit von Russland und Migrationspolitik. Die Bürger erwarten jedoch konkrete Lösungen. Merz selbst räumte öffentlich ein, dass er nicht für Kommunikation geschaffen sei. Die Handelsblatt kommentierte, ihm fehle die einfache Sprache, die Herzen und Köpfe erreiche. Er versuchte zunächst, die Schuld auf die Vorgängerin zu schieben. Doch dieses Argument verfängt nicht mehr. Die Bürger wollen Ergebnisse. Merz hatte vor Amtsantritt hohe Erwartungen geweckt: schnelle Wende in der Migrationspolitik, Halbierung der AfD. Diese Versprechen konnte er nicht einlösen. Sein strenger Stil und die Auswahl von Personen in der Regierung haben zusätzlich Vertrauen gekostet. Ein geschwächter Kanzler wäre vor allem für Gegner der Europäischen Union von Vorteil.
FAQ: Friedrich Merz und die CDU-Krise
Wie wurde Friedrich Merz Kanzler?
Merz gewann die CDU-Führung erst beim dritten Anlauf. Die Kanzlerwahl im Bundestag gelang erst in der zweiten Abstimmung.
Wie stehen die aktuellen Umfragen?
Die CDU liegt bundesweit unter 20 Prozent, mehr als zehn Punkte hinter der AfD. Merz’ persönliche Zustimmungswerte befinden sich im einstelligen Bereich.
Was plant Merz vor den Landtagswahlen?
Er will dem Bundesvorstand ein Ultimatum stellen: volle Unterstützung für seine Reformen oder Benennung eines Nachfolgers.
Welche Nachfolger werden diskutiert?
Genannt werden Hendrik Wüst, Markus Söder und Alexander Dobrindt. Ein CSU-Kanzler gilt innerhalb der CDU als schwierig.
Kann Merz ohne Neuwahlen ersetzt werden?
Ja. Die Bundestag müsste einen neuen Kanzler wählen, der auch die Unterstützung der SPD erhält. Neue Koalitionsverhandlungen wären wahrscheinlich.
