Eine Umfrage des EBETh zeigt: 72 Prozent der 16- bis 30-Jährigen in Thessaloniki möchten eine eigene Firma gründen. Doch fehlendes Startkapital, hohe Steuern und Bürokratie verhindern dies. Viele erwägen stattdessen eine Tätigkeit im Ausland.
Finanzierung als größtes Hindernis
Die Umfrage des EBETh unter 404 jungen Menschen ergab, dass 59 Prozent die fehlende Startfinanzierung als größtes Hindernis sehen. Weitere 40 Prozent nennen Steuern und Sozialabgaben. 44 Prozent halten den Zugang zu Kapital für schwierig oder sehr schwierig. Zusätzlich sehen 27 Prozent die Schwierigkeit der Finanzierung und 27 Prozent die Bürokratie als weitere Hürden. 28 Prozent nennen die Angst vor dem Scheitern. Insgesamt bewerten 56 Prozent den Zugang zu Finanzierung als schwierig oder sehr schwierig, während 36 Prozent ihn als weder schwierig noch einfach einstufen. Diese Zahlen zeigen, dass finanzielle Hürden die Gründungsbereitschaft massiv dämpfen und viele junge Menschen von der Umsetzung ihrer Ideen abhalten. Die 59 Prozent, die fehlendes Startkapital als zentrales Problem nennen, liegen deutlich vor allen anderen genannten Faktoren. Die Kombination aus fehlendem Eigenkapital und als hoch empfundenen Steuern und Abgaben schafft eine Situation, in der selbst motivierte junge Menschen keine realistische Möglichkeit sehen, den ersten Schritt zu tun. Hinzu kommt, dass 42 Prozent explizit angeben, nicht über ausreichende Kenntnisse und Erfahrung zu verfügen, und weitere 23 Prozent unsicher sind.
Hohe Erwartungen an Förderung
44 Prozent der Befragten wünschen sich Zuschüsse oder Startfinanzierung. 35 Prozent fordern steuerliche Anreize und 34 Prozent bessere Vernetzung mit Kunden und Investoren. Weitere 28 Prozent wollen bessere Informationen über Programme, 26 Prozent praktische Unternehmerausbildung und 22 Prozent weniger Bürokratie. Bei der Frage nach konkreter Unterstützung steht Finanzierung mit 50 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Mentoring durch erfahrene Gründer mit 36 Prozent sowie rechtlicher und steuerlicher Beratung mit je 34 Prozent. Ohne diese Unterstützung bleibt der Wunsch nach Selbstständigkeit oft unerfüllt, da die genannten Maßnahmen als entscheidende Voraussetzungen für den Schritt in die Selbstständigkeit gelten. Die 50 Prozent, die Finanzierung als wichtigste Hilfe sehen, bestätigen erneut, dass Kapital der entscheidende Engpass ist. Mentoring und Beratung werden zwar ebenfalls gewünscht, rangieren aber hinter der finanziellen Komponente. Die Umfrage zeigt, dass ohne gezielte Zuschüsse und steuerliche Erleichterungen der Wunsch nach einer eigenen Firma für die Mehrheit unrealistisch bleibt.
Berufliche Ziele in fünf Jahren
Nur 20 Prozent rechnen damit, in fünf Jahren selbstständig zu sein. 19 Prozent wollen eine eigene Firma gegründet haben. Stattdessen planen 22 Prozent eine Anstellung im Privatsektor und 16 Prozent eine Tätigkeit im Ausland. Nur zehn Prozent streben noch eine Stelle im öffentlichen Dienst an. Diese realistischen Einschätzungen stehen im deutlichen Gegensatz zum ursprünglichen Wunsch von 72 Prozent, selbstständig oder unternehmerisch tätig zu sein, wenn die Wahl frei wäre. Die Diskrepanz verdeutlicht, wie stark die wahrgenommenen Hindernisse die langfristigen Pläne beeinflussen und viele junge Menschen auf lohnabhängige Beschäftigung oder Auslandstätigkeit umlenken. Besonders auffällig ist der Rückgang von 72 Prozent Wunsch auf nur 39 Prozent realistische Erwartung für eine selbstständige Tätigkeit in fünf Jahren. Die Umfrage macht deutlich, dass die jungen Menschen ihre Träume an die realen Rahmenbedingungen anpassen.
Warum viele ins Ausland blicken
44 Prozent halten es für sehr oder eher wahrscheinlich, bis 2031 im Ausland zu arbeiten. Weitere 27 Prozent sehen dies als mittel wahrscheinlich an. Die Gründe liegen in besseren Einkommens- und Entwicklungschancen. Gleichzeitig bewerten nur 52 Prozent Thessaloniki als standortattraktiv für eigene Unternehmen. 44 Prozent halten es für wenig oder gar nicht wahrscheinlich, in den nächsten drei Jahren ein eigenes Unternehmen in der Stadt zu starten. Diese Kombination aus Auswanderungsbereitschaft und skeptischer Standortbewertung zeigt, dass fehlende Rahmenbedingungen nicht nur Gründungen verhindern, sondern auch Abwanderung fördern. Die 44 Prozent, die eine Auslandstätigkeit für wahrscheinlich halten, verbinden dies mit der Einschätzung, dass Thessaloniki nur für 52 Prozent als unternehmerisch attraktiv gilt. Damit wird die Abwanderung zu einer direkten Folge der ungelösten Gründungsprobleme.
Fehlendes Selbstvertrauen und Wissen
42 Prozent der jungen Menschen fühlen sich nicht ausreichend auf eine Gründung vorbereitet. Weitere 23 Prozent sind unsicher. Nur 38 Prozent haben sich bisher über Gründungsformalitäten informiert, 33 Prozent haben Marktforschung betrieben und 23 Prozent ein Businessplan erstellt. 57 Prozent kennen die lokalen Förderinstitutionen nicht. 45 Prozent halten das Ökosystem für wenig oder gar nicht unterstützend, 41 Prozent sehen es als mittelmäßig unterstützend an. Diese Wissenslücken und die geringe Bekanntheit bestehender Angebote verstärken die Zurückhaltung und erklären, warum trotz hoher Gründungswünsche nur wenige Schritte zur Umsetzung unternehmen. Die Tatsache, dass 57 Prozent die Förderstellen nicht kennen, deutet auf eine Kommunikationslücke zwischen Angebot und Zielgruppe hin. Zusätzlich beeinflussen soziale Medien bei 46 Prozent stark die eigene Einschätzung von Karriere- und Gründungschancen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Welche Förderung wünscht sich die GenZ am meisten?
44 Prozent nennen Zuschüsse oder Startkapital als wichtigsten Faktor. Danach folgen steuerliche Erleichterungen mit 35 Prozent und Vernetzung mit 34 Prozent.
Wie hoch ist der Anteil, der ins Ausland gehen will?
44 Prozent halten eine Arbeitsaufnahme im Ausland bis 2031 für sehr oder eher wahrscheinlich. Weitere 27 Prozent sehen dies als mittel wahrscheinlich an.
Warum gründen so wenige trotz Wunsch?
Hauptgründe sind fehlendes Kapital (59 Prozent), Steuern und Abgaben (40 Prozent) sowie Bürokratie (27 Prozent).
Wie bewerten die Befragten das Gründungsklima in Thessaloniki?
57 Prozent kennen die lokalen Förderinstitutionen nicht. 45 Prozent halten das Ökosystem für wenig oder gar nicht unterstützend.
Welche Rolle spielen soziale Medien?
46 Prozent geben an, dass soziale Medien ihre Karriere- und Gründungsentscheidungen stark beeinflussen.
