Eine Umfrage des Pew Research Center aus dem ersten Halbjahr 2026 zeigt in 34 von 37 Ländern mehr Erwartungen von Arbeitsplatzverlusten als von neuen Stellen durch KI. In Griechenland liegt der Anteil bei 68 Prozent und damit europaweit am höchsten. Die Studie mit über 50.000 Teilnehmern belegt zudem einen Zusammenhang zwischen Wissensstand und Skepsis. Dieser Beitrag fasst die länderspezifischen Ergebnisse, die Einstellung zu Ungleichheit und die Einschätzung zur Regulierung zusammen.
Wie bewerten Menschen weltweit den Einfluss von KI auf Beschäftigung?
In 34 der 37 untersuchten Länder erwarten mehr Befragte, dass künstliche Intelligenz bis 2046 die Zahl der Arbeitsplätze verringern wird als neue Stellen schafft. Die mediane Unsicherheitsquote liegt bei 25 Prozent. Griechenland weist mit 68 Prozent den höchsten Wert in Europa auf, gefolgt von Großbritannien mit 61 Prozent, Frankreich mit 60 Prozent und Polen mit 59 Prozent. Nur 15 Prozent der Griechen rechnen mit keinen wesentlichen Veränderungen, und lediglich 13 Prozent geben Unsicherheit an. Die Studie wurde zwischen Februar und Juni 2026 durchgeführt und umfasste mehr als 50.000 Teilnehmer aus 37 Ländern. In Griechenland ist die Unsicherheit damit deutlich niedriger als der weltweite Median. Die Ergebnisse zeigen, dass in den meisten Ländern die Erwartung von Nettoverlusten dominiert, während nur wenige Befragte mit einem Anstieg der Stellen rechnen. Die hohe Beteiligung von über 50.000 Personen ermöglicht eine breite Vergleichbarkeit über Einkommensniveaus und Regionen hinweg. Die Daten lassen jedoch offen, wie sich die tatsächliche Entwicklung in den nächsten zwanzig Jahren gestalten wird, da viele Befragte keine klaren Prognosen abgeben konnten.
Warum zeigen reichere Länder stärkere Sorgen vor Jobverlusten?
In Australien, Südkorea und den USA liegen die Anteile der Menschen, die Jobverluste erwarten, bei etwa 70 Prozent oder darüber. Dieselben Länder äußern auch häufiger die Befürchtung, dass KI die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert. In Griechenland, Südkorea, Australien, den USA und Kanada glauben jeweils rund vier von zehn Erwachsenen oder mehr an eine wachsende Ungleichheit. Die leitende Forscherin Moira Fagan führt dies auf höhere Informationsstände in wohlhabenderen Gesellschaften zurück: Wer mehr über KI gelesen oder gehört hat, schätzt die Risiken für Beschäftigung tendenziell höher ein. Die Pew-Daten zeigen, dass diese Muster in Ländern mit höherem Einkommen konsistent auftreten und mit der allgemeinen Bekanntheit der Technologie zusammenhängen. Die Studie stellt fest, dass die Sorgen um Ungleichheit in reicheren Ländern stärker ausgeprägt sind als in Ländern mit mittlerem Einkommen. Fagan betont den Zusammenhang zwischen Bekanntheit und Skepsis als zentrales Ergebnis der Auswertung. Dennoch bleibt unklar, ob die höhere Informiertheit die Wahrnehmung verzerrt oder tatsächliche Risiken besser erkennt.
Wie unterscheiden sich Altersgruppen bei der Bewertung von KI-Risiken?
In Kanada, Frankreich, Singapur, Schweden, Indonesien, Indien und Malaysia äußern junge Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren deutlich häufiger Sorgen um Arbeitsplätze als Personen über 50 Jahre. Dieses Muster gilt unabhängig vom jeweiligen Einkommensniveau des Landes. Die Studie zeigt keine vergleichbar starken Altersunterschiede bei der allgemeinen Bewertung von Begeisterung und Besorgnis. Die Altersdifferenz bleibt ein wiederkehrendes Merkmal über verschiedene Regionen hinweg und wird in der Auswertung als eigenständiger Faktor hervorgehoben. In allen genannten Ländern ist die höhere Besorgnis der Jüngeren ein konsistentes Ergebnis, das unabhängig von der wirtschaftlichen Lage des Landes auftritt. Die Erhebung liefert jedoch keine detaillierten Gründe für diese Altersunterschiede und lässt offen, ob sie sich in Zukunft abschwächen oder verstärken werden.
Welche Rolle spielt das Vertrauen in die Regulierung von KI?
In Bangladesch, Malaysia, Pakistan, Sri Lanka sowie im Westjordanland und Ost-Jerusalem vertrauen mehr Menschen China bei der Regulierung von KI als den USA oder der Europäischen Union. Über die zwölf Länder, in denen diese Frage gestellt wurde, liegt der Medianwert für China bei 43 Prozent, für die USA bei 35 Prozent und für die EU bei 34 Prozent. Fagan weist darauf hin, dass positive China-Einschätzungen in Ländern mit mittlerem Einkommen zugenommen haben und damit die höheren Vertrauenswerte erklären. Die Verbindung zwischen Landeswahrnehmung und Regulierungsvertrauen wird in der Studie als enger Zusammenhang beschrieben. Die höheren Werte für China in diesen Ländern werden mit einer verbesserten öffentlichen Meinung gegenüber China in jüngerer Zeit in Verbindung gebracht. Offen bleibt, wie sich dieses Vertrauen entwickelt, wenn neue Regulierungsmaßnahmen der EU oder der USA wirksam werden.
Wie steht es um die allgemeine Stimmung gegenüber KI?
Der Medianwert der Befragten, die eher besorgt als begeistert sind, beträgt 37 Prozent. Ein Anteil von 41 Prozent gibt an, gleichermaßen besorgt und begeistert zu sein. Die Unterschiede zwischen Ländern fallen hier geringer aus als bei den Fragen zu Arbeitsplätzen und Ungleichheit. Die Studie betont, dass die allgemeine Haltung weniger stark von Einkommensniveau oder Informationsstand geprägt ist als die konkreten Erwartungen zu Jobs und Ungleichheit. Die gemischte Stimmung zeigt sich in der Mehrheit der untersuchten Länder als ausgeglichen zwischen Besorgnis und Begeisterung. Die Erhebung dokumentiert zudem, dass in vielen Ländern beide Emotionen gleichzeitig vorhanden sind und keine klare Dominanz einer Seite besteht.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu KI und Arbeitsmarkt
In welchen Ländern ist die Sorge vor Jobverlusten durch KI am größten?
Griechenland führt mit 68 Prozent, gefolgt von Australien, Südkorea und den USA mit jeweils rund 70 Prozent oder mehr. Die Werte stammen aus der Pew-Umfrage des ersten Halbjahrs 2026.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Wissen über KI und Jobängsten?
Personen mit höherem Informationsstand äußern laut Moira Fagan häufiger die Erwartung von Arbeitsplatzverlusten. Dies gilt vor allem in wohlhabenderen Ländern.
Vertrauen mehr Menschen China oder den USA bei der KI-Regulierung?
Der Medianwert liegt bei 43 Prozent für China, 35 Prozent für die USA und 34 Prozent für die EU. In mehreren mittel- und niedrigeren Einkommensländern liegt China vorn.
Wie hoch ist der Anteil der Unsicheren weltweit?
Der Medianwert der Befragten, die keine klare Einschätzung abgeben, beträgt 25 Prozent. In Griechenland liegt er bei nur 13 Prozent.
Welche Altersgruppe zeigt stärkere Sorgen?
Junge Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren äußern in sieben Ländern häufiger Jobängste als Personen über 50 Jahre.
