Die OENGE kündigt für den 21. Oktober einen landesweiten Streik an, um gegen die chronische Unterfinanzierung des öffentlichen Gesundheitssystems zu protestieren. Die Organisation kritisiert scharf, dass staatliche Mittel derzeit verstärkt in die Verteidigungsausgaben und in private Konzerne fließen, anstatt die medizinische Grundversorgung zu sichern. Die medizinische Fachwelt fordert daher eine drastische Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie eine massive Aufstockung des Personals in den Kliniken. Nur durch eine grundlegende Neuausrichtung der Prioritäten kann der Kollaps der Versorgung verhindert werden. Der Protest richtet sich gezielt gegen die aktuelle Budgetpolitik der Regierung.
Warum ruft die OENGE zum Streik am 21. Oktober auf?
Die OENGE hat einen landesweiten Streik für den 21. Oktober angekündigt, um gegen die aktuelle wirtschaftliche Lage und die massive Unterfinanzierung des öffentlichen Gesundheitssektors zu protestieren. Ein zentraler Punkt der Mobilisierung wird eine große Versammlung um 12:00 Uhr vor dem griechischen Finanzministerium sein, die landesweite Proteste begleiten soll. Die Ärzteorganisation betont in ihrer Ankündigung mit Nachdruck, dass sie nicht bereit sei, die Lasten einer sogenannten „Kriegswirtschaft“ zu tragen. Laut Verband werden die Gehälter des medizinischen Personals bewusst niedrig gehalten, um die fiskalischen „Widerstandsfähigkeiten“ der Wirtschaft nicht zu gefährden, die von der Regierung als Argument angeführt werden.
Der Verband kritisiert scharf die Diskrepanz in der Mittelverteilung. Während für die Gehälter des medizinischen Personals behauptet wird, es gäbe keine Mittel, würden für die „provokative Privatisierung der Gesundheit“ durch große private Akteure und Händler im Gesundheitssektor sofort Millionenbeträge bereitgestellt. Die Ärzte sehen sich gezwungen, gegen eine Politik zu kämpfen, die ihrer Meinung nach die Bedürfnisse des öffentlichen Sektors zugunsten von Unternehmensinteressen und militärischen Ausgaben vernachlässigt. Sie weigern sich, die „zerbrochenen“ Teile der Wirtschaft durch ihre eigenen Einkommensverluste auszugleichen.
Was sind die zentralen Forderungen der Krankenhausärzte?
Die Kernforderungen der OENGE zielen auf eine grundlegende Verbesserung der Lebensbedingungen und der Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst ab. Die Ärzte fordern nicht nur eine Anpassung an die Inflation, sondern eine strukturelle Neuausrichtung der Vergütung und der Personalplanung. Die Mobilisierung soll den Druck auf die Verantwortlichen im Finanzministerium sowie im Gesundheitsministerium erhöhen, um eine dauerhafte Lösung für die Krise zu erzwingen.
Die wirtschaftlichen Kernpunkte der Forderungen
Die Liste der Forderungen der OENGE ist umfangreich und adressiert sowohl die unmittelbare finanzielle Not als auch die langfristige Arbeitsstruktur:
- Verdopplung der monatlichen Bezüge: Die Ärzte streben eine drastische Erhöhung ihrer Gehälter an, um der Inflation und den steigenden Lebenshaltungskosten entgegenzuwirken, die ihre aktuellen Einkommen fast vollständig aufzehren.
- Wiedereinführung des 13. und 14. Monatsgehalts: Diese zusätzlichen Zahlungen sollen als essenzieller Bestandteil der Vergütung wieder etabliert werden, um die finanzielle Stabilität des Personals zu gewährleisten.
- Abschaffung der Gehaltsstufen: Die aktuelle Struktur der Gehaltsstufen wird als Mechanismus zur Einkommenskomprimierung kritisiert, der die tatsächlichen Verdienste drückt.
- Einführung des Dienstalterszulage: Die Rückkehr einer Zulage von 2 % des Grundgehalts für jedes Dienstjahr wird gefordert.
- Verbesserung der Rufgelder: Die Entschädigung für Bereitschaftsdienste soll durch einen festen Faktor von 0,0059 auf das Grundgehalt berechnet werden.
- Ausschöpfung von Überstunden und Ende der Deckelung: Die Deckelung der zusätzlichen Dienste bei 12 % wird abgelehnt. Zudem wird eine pünktliche Auszahlung aller geleisteten Dienste (sowohl reguläre als auch zusätzliche) ohne Abzüge gefordert.
- Steuerliche Entlastung: Es wird eine Steuerbefreiung für zusätzliche Bereitschaftsdienste gefordert, bis der Personalmangel durch die Einstellung von festem Personal und Assistenzärzten behoben ist.
- Staatliche Verantwortung für Betriebskosten: Die Krankenhäuser fordern kostenloses Heizöl und Gas für die Beheizung der Einrichtungen, was als direkte staatliche Verantwortung angesehen wird.
Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation auf das Gesundheitssystem?
Die strukturellen Mängel im griechischen Gesundheitssystem führen zu einer massiven Belastung des vorhandenen Personals und der Patienten. Die OENGE beschreibt eine Situation, in der die öffentliche Gesundheitsversorgung durch Personalmangel und Budgetkürzungen zunehmend erodiert. Dies hat direkte, spürbare Folgen für die medizinische Qualität.
Ein kritisches Problem stellt die „Intensivierung“ der Arbeit dar. Ärzte berichten von übermäßigen Bereitschaftsdiensten und einer ständigen Verfügbarkeit, die die Qualität der medizinischen Ausbildung, insbesondere bei Assistenzärzten, gefährdet. Die ständige „Lanze“ (unbezahlte oder unterbezahlte Mehrarbeit) für Auszubildende wird als Belastung auf deren Kosten kritisiert. Die mangelnde personelle Ausstattung führt dazu, dass Patienten häufig in Korridoren behandelt werden müssen, da nicht genügend Kapazitäten für eine reguläre stationäre Aufnahme vorhanden sind und Operationssäle aufgrund von Personalmangel geschlossen bleiben.
Des Weiteren wird die Praxis der ständigen Versetzung von Ärzten kritisiert. Um die großen Lücken im staatlichen Gesundheitssystem (ESY) zu schließen, werden Ärzte häufig als „wandernde Prediger“ durch das ganze Land geschickt, um temporäre Engpässe zu decken. Dies erschwert eine kontinuierliche Patientenversorgung und belastet die psychische sowie physische Gesundheit des Personals.
Wie wird die Verteilung der Staatsmittel kritisiert?
Die OENGE wirft der Regierung eine einseitige Priorisierung von Ausgaben vor, die den öffentlichen Sektor schwächen und private Interessen fördern. Der Verband stellt die moralische Integrität der Finanzpolitik in Frage, wenn gleichzeitig hohe Summen für Verteidigung und die Unterstützung von Unternehmen bereitstehen. Die Ärzte argumentieren, dass die Regierung die Türen für geschäftliche Interessen weit offen hält, während sie die Vertreter der Ärzte verschließt.
Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die Verwendung von Geldern aus dem Wiederaufbaufonds. Laut OENGE fließen diese Mittel in die Hände von Baukonzernen für „grüne“ und energetische Projekte, während das Gesundheitssystem unterfinanziert bleibt. Zudem wird auf die massiven Ausgaben für die NATO-Mitgliedschaft hingewiesen. So seien etwa 3,5 Milliarden Euro für den Kauf von Verteidigungssystemen vorgesehen, was im krassen Gegensatz zu den „verfügbaren“ Mitteln für das medizinische Personal stehe. Die Ärzte kritisieren dies als eine Politik, die für die Bedürfnisse von Kriegen und Konzernen Geld findet, aber für die Gesundheit der Bürger spart.
Die Ärzte sehen eine zunehmende „Kommerzialisierung“ des öffentlichen Krankenhauses. Sie lehnen es ab, Teil eines Systems zu sein, das die Patienten als Einnahmequelle betrachtet oder sie dazu drängt, parallel in der Privatwirtschaft zu arbeiten, um das Überleben zu sichern. Die OENGE fordert eine Rückkehr zu einer bedarfsorientierten Finanzierung der öffentlichen Gesundheitseinrichtungen, statt die Ärzte zur „abendlichen Handelsfunktion“ des Krankenhauses zu drängen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Streik
Wann findet der Streik statt?
Der angekündigte Streik der OENGE findet am 21. Oktober 2026 statt. Ein zentraler Punkt der Proteste ist eine Versammlung um 12:00 Uhr vor dem griechischen Finanzministerium, die landesweite Mobilisierungen begleiten soll.
Was fordert die OENGE konkret?
Die Hauptforderungen umfassen die Verdopplung der Gehälter, die Wiedereinführung des 13. und 14. Monatsgehalts, die Abschaffung der Gehaltsstufen sowie die Einstellung von mehr festem Personal, um die Überlastung der Ärzte zu reduzieren. Zudem werden steuerliche Entlastungen und die Übernahme der Heizkosten durch den Staat gefordert.
Warum kritisieren die Ärzte die Regierung?
Die Ärzte kritisieren, dass die Regierung unter dem Vorwand der fiskalischen Stabilität Gehälter nicht erhöht, während gleichzeitig Milliarden für Verteidigungsausgaben (wie den Kauf von Verteidigungssystemen), die Unterstützung privater Unternehmen und Baukonzerne bereitgestellt werden.
Wie wirkt sich der Personalmangel auf Patienten aus?
Der Personalmangel führt dazu, dass Krankenhäuser oft überlastet sind, Patienten in Korridoren liegen müssen, Operationssäle aufgrund von Fachkräftemangel geschlossen bleiben und Ärzte durch ständige Versetzungen im ganzen Land als „wandernde Prediger“ eingesetzt werden.
Was ist das Ziel der Mobilisierung?
Das Ziel ist es, die Regierung zur Anerkennung der Bedürfnisse des öffentlichen Gesundheitssystems zu bewegen, die Gehälter angemessen zu gestalten und eine massive Unterfinanzierung zu stoppen, die zulasten der Patienten und des Personals geht.
Key takeaways
- Der OENGE-Streik ist für den 21. Oktober 2026 mit Protesten vor dem Finanzministerium geplant.
- Kernforderungen sind die Verdopplung der Gehälter, die Wiedereinführung zusätzlicher Monatsgehälter und die Abschaffung der Gehaltsstufen.
- Die Ärzte kritisieren die Priorisierung von Verteidigungsausgaben (3,5 Mrd. € für Verteidigungssysteme) und privaten Konzernen gegenüber der Gesundheit.
- Personalmangel führt zu Patientenbehandlungen in Korridoren, geschlossenen Operationssälen und einer Überlastung des Personals.
Fazit
Der angekündigte Streik der OENGE verdeutlicht die tiefgreifenden Spannungen zwischen der staatlichen Finanzpolitik und der Funktionsfähigkeit des griechischen Gesundheitssystems. Während die Regierung auf fiskalische Disziplin verweist, sehen die Krankenhausärzte eine systematische Unterfinanzierung, die sowohl die medizinische Versorgung der Bevölkerung als auch die Arbeitsbedingungen des Personals gefährdet. Die Forderungen nach Gehaltsanpassungen und mehr Personal sind nicht nur ökonomischer Natur, sondern auch eine Reaktion auf die strukturelle Überlastung der öffentlichen Einrichtungen. Der Ausgang dieser Proteste wird maßgeblich darüber entscheiden, wie stabil das staatliche Gesundheitssystem in der kommenden Zeit bleibt.
