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Politik

Opposition kritisiert unzureichende Maßnahmen der Regierung in der Energiekrise

Opposition kritisiert unzureichende Maßnahmen der Regierung in der Energiekrise

Die griechische Regierung betont den vorhandenen Haushaltsspielraum zur Unterstützung der Bürger in der Energiekrise. Oppositionsparteien PASOK und SYRIZA werfen der Neuen Demokratie unzureichende und widersprüchliche Maßnahmen vor. Die Debatte dreht sich um indirekte Steuern, Überschüsse und europäische Genehmigungen.

Regierung verteidigt Hilfen und Steuerpolitik

Regierungsvertreter betonen, dass Griechenland in den vergangenen fünf Jahren Überschüsse erwirtschaftet habe. Diese ermöglichten es, in Krisen gezielt einzugreifen. Der Ministerpräsident habe angekündigt, Maßnahmen wie die Senkung des Verbrauchssteuersatzes auf Kraftstoffe zu prüfen, sofern die EU dies nicht auf die Ausgabenobergrenze anrechne. Bisherige Hilfen wie die Fuel-Pass-Programme hätten die Unterstützung bereits über die erlaubten EU-Grenzen hinaus ausgedehnt. Die Regierung habe in den letzten Jahren sowohl direkte als auch indirekte Steuern gesenkt und sei damit die einzige, die dies tatsächlich umgesetzt habe. Die Diskussion drehe sich darum, ob eine solche Maßnahme in Ausnahmesituationen für kurze Zeit wirke. Erfahrungen anderer Länder zeigten, dass eine Senkung der Mehrwertsteuer nicht immer zum Verbraucher durchschlage und dem Staat wichtige Einnahmen entziehe. Dennoch werde das Thema auf europäischer Ebene erörtert, falls eine Ausnahme von der Ausgabenobergrenze gewährt werde. Die Grundhaltung bleibe, niemanden zurückzulassen und Unterstützung im Rahmen der Möglichkeiten zu leisten. Der Vertreter der Neuen Demokratie wies darauf hin, dass der Ministerpräsident in seiner gestrigen Stellungnahme die Fähigkeit der Regierung unterstrichen habe, Bürger in jeder Krise zu unterstützen, weil durch verantwortungsvolle Verwaltung ein Puffer geschaffen worden sei. Er ergänzte, dass alle Formen der Heizung im Heizkostenzuschuss erfasst seien und die niedrigeren Preise der staatlichen Stromgesellschaft anderen Anbietern Druck machten. Die Regierung habe bereits im April und Mai umfangreichere Unterstützung als die damaligen EU-Grenzen erlaubt geleistet.

Opposition sieht Widersprüche bei Steuersenkungen

PASOK-Vertreter Manolis Christodoulakis kritisierte, die Regierung habe bislang nur Absichtserklärungen vorgelegt. Er wies auf einen Widerspruch hin: Lange habe die Regierung argumentiert, indirekte Steuern kämen nicht bei Verbrauchern an. Nun wolle sie eine Senkung prüfen, falls die EU eine technische Ausnahme erlaube. Christodoulakis verwies auf ein Überplus von 1,2 Prozent des Haushalts, das aus konstant hohen indirekten Steuern resultiere. Dies sei keine technische Frage, sondern eine politische Entscheidung. Die Opposition warf der Regierung vor, vor der Thessaloniki-Messe von einem Milliarde Euro gesprochen zu haben, dann jedoch 2,2 Milliarden Euro zugesagt zu haben. Solche Nachbesserungen erzeugten ein künstliches Bild von verfügbaren Mitteln. Der Kern der Politik liege nicht im Rechnen, sondern im politischen Willen, Maßnahmen umzusetzen. Die hohen Preise bei Grundnahrungsmitteln und Kraftstoffen erzeugten ohnehin Mehreinnahmen für den Staat, die Spielraum für Senkungen schafften. Er betonte, dass der demografische Raum existiere und es sich um eine Frage der politischen Wahl handle, nicht um fehlende Mittel. Christodoulakis forderte schnellere Umsetzung statt Ankündigungen für 2027 und verwies auf das Beispiel Zyperns, wie Steuersenkungen tatsächlich beim Verbraucher ankommen könnten.

Überraschende Überschüsse

Die Opposition warf der Regierung vor, vor der Thessaloniki-Messe von einem Milliarde Euro gesprochen zu haben, dann jedoch 2,2 Milliarden Euro zugesagt zu haben. Solche Nachbesserungen erzeugten ein künstliches Bild von verfügbaren Mitteln. Der Kern der Politik liege nicht im Rechnen, sondern im politischen Willen, Maßnahmen umzusetzen. Jedes Mal wenn die Opposition Vorschläge mache, werde fehlender Spielraum behauptet, doch plötzlich entstünden neue Mittel. Dies diene der Erzeugung einer falschen Vorstellung, dass nur die Frage nach den Kosten zähle, nicht aber der Wille zur Umsetzung. Christodoulakis erläuterte, dass die hohen indirekten Steuern dauerhaft Mehreinnahmen generierten und diese Überschüsse nicht versteckt werden dürften, sondern zurückgegeben werden müssten. Er kritisierte die horizontale Verteilung ohne Einkommensprüfung und forderte stattdessen Eingriffe bei übermäßigen Gewinnen in der Energiebranche.

SYRIZA fordert Kontrolle von Übergewinnen

Tryfon Alexiadis von SYRIZA forderte, die Regierung solle Übergewinne in der Energie- und Kraftstoffbranche stärker kontrollieren. Er verwies auf Aussagen von Branchenvertretern, die eine Senkung von Verbrauchssteuer und Mehrwertsteuer als wirksam für Verbraucher einschätzten, sofern Kontrollen an Tankstellen eingehalten würden. Alexiadis kritisierte zudem die fehlende öffentliche Kostenschätzung der angekündigten Maßnahmen. Er betonte, dass der sogenannte Kürzungsmechanismus nicht gelte und die Regierung ihre Kostenschätzungen offenlegen müsse. Auch für spezielle Fälle wie medizinische Hilfsmittel mit 13 Prozent Mehrwertsteuer sei Spielraum vorhanden. Steigende Preise für Brot und Transport drohten durch höhere Energiekosten, weshalb rechtzeitiges Handeln nötig sei. Er forderte, dass die Regierung die Kostenschätzung der in Thessaloniki angekündigten Maßnahmen veröffentliche und verwies auf bereits vorliegende SYRIZA-Gesetzentwürfe mit Kostenkalkulation. Alexiadis warnte vor Schließungen von Bäckereien und steigenden Brotpreisen sowie Transportkosten.

Regierung verweist auf frühere Steuererhöhungen

Regierungsvertreter entgegneten, SYRIZA habe 2016 selbst den Verbrauchssteuersatz erhöht. Heute könne Griechenland über Lohnerhöhungen und Steuersenkungen sprechen, weil die Wirtschaft sich stabilisiert habe. Die Unterstützung erfolge innerhalb der verfügbaren Spielräume und solle niemanden zurücklassen. Die Opposition verfolge eine nihilistische Logik, die sich gegen die Anstrengungen der gesamten Gesellschaft richte. Die Hilfe werde allen gewährt, soweit es die Möglichkeiten erlaubten. Der Vertreter betonte zudem, dass die heutige Situation eine andere sei als vor zehn Jahren, als Lohnkürzungen und Steuererhöhungen diskutiert wurden. Er hob hervor, dass die Regierung in den letzten fünf Jahren gezeigt habe, Bürger in jeder Krise zu unterstützen, ohne jemanden zurückzulassen.

FAQ: Energiekrise und Steuerpolitik in Griechenland

Welche Maßnahmen plant die Regierung in der Energiekrise?

Die Regierung prüft eine vorübergehende Senkung des Verbrauchssteuersatzes auf Kraftstoffe, falls die EU dies nicht auf die Ausgabenobergrenze anrechnet. Bestehende Hilfen wie Fuel-Pass-Programme bleiben in Kraft.

Warum kritisiert die Opposition die Ankündigungen?

Oppositionsparteien sehen Widersprüche in der Argumentation und fordern konkrete, schnell umsetzbare Maßnahmen statt Absichtserklärungen. Sie verweisen auf verfügbare Überschüsse aus indirekten Steuern.

Wie hoch ist das genannte Überplus?

Die Opposition nennt ein Überplus von 1,2 Prozent des Haushalts, das aus hohen indirekten Steuern entstanden sei. Die Regierung spricht von einem stabilen Haushaltsspielraum durch verantwortungsvolle Verwaltung.

Was fordert SYRIZA bei Übergewinnen?

SYRIZA verlangt stärkere Kontrollen von Übergewinnen in der Energie- und Kraftstoffbranche und eine echte Kostenschätzung der angekündigten Maßnahmen.

Wie bewertet die Regierung frühere Steuerpolitik?

Regierungsvertreter erinnern daran, dass SYRIZA 2016 den Verbrauchssteuersatz selbst erhöht habe. Heutige Überschüsse ermöglichten gezielte Entlastungen.