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Kultur

Die Schauspielerin hat in über 40 Filmen mitgewirkt, eine Golden Globe und einen Emmy gewonnen. Im Gespräch mit Variety schildert sie ihre unkonventionelle Kindheit in Pennsylvania und erklärt, warum ihre Unabhängigkeit bis heute Unbehagen auslöst.

Die Schauspielerin hat in über 40 Filmen mitgewirkt, eine Golden Globe und einen Emmy gewonnen. Im Gespräch mit Variety schildert sie ihre unkonventionelle Kindheit in Pennsylvania und erklärt, warum ihre Unabhängigkeit bis heute Unbehagen auslöst.

Sharon Stone blickt auf mehr als vier Jahrzehnte im Showgeschäft zurück und spricht offen über die Grenzen, die sie als Frau erlebt hat.

Wie Sharon Stone als Kind in Pennsylvania aufwuchs

Sharon Stone wuchs in Meadville, einem kleinen Ort in Pennsylvania, auf dem Land auf. Sie lernte früh, mit Waffen und Bogen umzugehen, ritt nackt und sah, wie ihr Vater erlegte Tiere zum Trocknen aufhängte. Einmal zog ihre Mutter ihr einen Nagel aus dem Fuß und schickte sie zurück zum Spielen. Stone beschreibt sich selbst als „seltsames Kind“, das eine Fledermaus mit in den Unterricht nahm und Mitschüler mit Schlangen jagte. Sie sprang Klassenstufen über und besuchte mit 15 Jahren bereits Vorlesungen an der Universität. Ihr Vater untersagte ihr jedoch ein Studium an der Howard University, weil er sich Sorgen machte. Stone betont, dass sie nicht unbedingt eine dunkle Seite hatte, sondern stets voller Energie und Spannung war. Das Sichtbare und das Verborgene zogen sie gleichermaßen an, und sie verstand nie, warum andere vor Dingen zurückschreckten, die für sie selbst völlig normal erschienen. Sie erinnert sich, dass sie immer in Schwierigkeiten geriet, weil sie nicht begriff, wovor sich andere fürchteten. Diese kindliche Neugier und Unerschrockenheit prägten ihr späteres Selbstbild als Frau, die sich weder anpasst noch versteckt. Die Erfahrungen auf dem Land, wo sie Tiere jagte und mit Waffen umging, formten eine Persönlichkeit, die sich nicht von gesellschaftlichen Erwartungen einschränken ließ. Stone erzählt, dass sie bereits als Kind nicht verstand, weshalb andere vor Schlangen oder Fledermäusen Angst hatten, während sie diese Dinge als normal empfand. Diese Haltung begleitete sie durch ihre gesamte Laufbahn und erklärt, warum sie bis heute als unabhängige Frau gilt, die keine Angst vor dem Unbekannten hat.

Der Weg nach New York und der erste Filmauftritt

Mit 19 Jahren verließ Stone ihre Heimatstadt und zog nach New York, um als Model zu arbeiten. Ein Jahr später gab sie ihr Filmdebüt in Woody Allens „Stardust Memories“. Die Rolle markierte den Beginn einer Karriere, die sich über Jahrzehnte erstrecken sollte. Über vierzig Filme, Auftritte im Fernsehen und in Dokumentationen sowie ein Videoclip folgten. Sie erhielt eine Golden Globe und einen Emmy und stand 1996 nur einen Schritt vom Oscar entfernt. Dennoch sagt sie, dass sie nicht alles erreicht habe, was sie sich gewünscht hätte. Stone betont, dass sie bereits früh erkannt habe, wie begrenzt die Möglichkeiten für Frauen in der Branche waren, die nicht dem gängigen Bild entsprachen. Die ersten Jahre in New York waren geprägt von der Suche nach Rollen, die ihrer Persönlichkeit entsprachen, doch die Industrie reagierte oft mit Skepsis auf ihre direkte Art. Stone beschreibt, wie sie von der Provinz in die Großstadt wechselte und dort schnell erste Chancen erhielt, die jedoch nie zu der erhofften künstlerischen Freiheit führten. Trotz der Erfolge blieb das Gefühl, dass ihre wahren Interessen hinter der Kamera lagen, doch diese Wege blieben ihr lange verschlossen.

Der Durchbruch mit „Basic Instinct“ und die Reaktionen

Der internationale Durchbruch kam 1992 mit der Hauptrolle in „Basic Instinct“. Stone berichtet, dass die Produktion Journalisten erst den Film zeigen ließ, bevor sie ihr begegneten. Viele seien in Panik geraten. Sie erklärt, dass die Vorstellung einer unabhängigen und unerschrockenen Frau bis heute Angst auslöse. Diese Wahrnehmung habe sich seitdem nicht geändert. Die Produktion habe bewusst dafür gesorgt, dass die Reporter bereits den Film kannten, bevor sie ihr gegenübersaßen, und dennoch sei der Schrecken groß gewesen. Stone sieht darin ein anhaltendes gesellschaftliches Muster: Eine Frau, die sich weder anpasst noch versteckt, löst bis heute Unbehagen aus. Sie erinnert sich, dass die Angst vor ihr nicht nur persönlich war, sondern auch strukturell: Die Branche fürchtete eine Figur, die weder kontrollierbar noch berechenbar schien. Dieses Bild hat sich bis heute gehalten und beeinflusst noch immer, wie sie wahrgenommen wird. Stone fügt hinzu, dass die Reaktionen auf ihre Rolle in Basic Instinct zeigten, wie sehr die Industrie eine Frau fürchtet, die offen ihre Sexualität und Stärke zeigt, ohne sich zu entschuldigen.

Schwere Erkrankung und berufliche Rückschläge

Im Jahr 2001 erlitt Stone eine Hirnblutung und einen Schlaganfall. Die Genesung dauerte sieben Jahre. In dieser Zeit verlor sie das Sorgerecht für ihren adoptierten Sohn Roan und fiel aus dem Hollywood-Geschäft. Sie musste ihre Karriere neu aufbauen und sagt, dass sie diese nie vollständig zurückgewonnen habe. Der lange Ausfall bedeutete, dass sie praktisch bei null beginnen musste, um wieder Fuß zu fassen. Trotz der Rückkehr blieb das Gefühl, dass ein Teil ihrer früheren Position unwiederbringlich verloren war. Stone beschreibt diese Phase als Neuanfang unter erschwerten Bedingungen, bei dem sie nicht nur körperlich, sondern auch beruflich und persönlich alles neu ordnen musste. Die Unterbrechung zeigte, wie fragil der Platz einer Schauspielerin in der Branche sein kann, wenn sie plötzlich ausfällt. Sie betont, dass der Verlust der Position und des Sorgerechts sie zwang, von Grund auf neu anzufangen, ohne je die frühere Stärke vollständig zurückzuerlangen.

Warum Sharon Stone nicht Regie führen konnte

Stone wollte eigentlich Regie führen. Sie führt jedoch zwei Faktoren an, die ihr im Weg standen: zum einen das Geschlecht, zum anderen die Menopause. Sie bezeichnet beides als „lästige Probleme“, die verhinderten, dass sie fair bezahlt oder als intelligent wahrgenommen wurde. Die Menopause lasse sie zu müde sein, um mit den „Dummheiten anderer“ umzugehen. Ihr eigentliches Ziel lag hinter der Kamera, doch die Strukturen der Branche machten es ihr unmöglich, diese Position einzunehmen. Stone kritisiert offen, dass das Vorhandensein eines weiblichen Körpers und später die hormonellen Veränderungen als Hindernisse für Führungspositionen dienten. Sie betont, dass sie nie die Absicht hatte, vor der Kamera zu stehen, sondern stets hinter ihr arbeiten wollte, doch die Branche bot ihr diese Chance nicht. Stone erklärt, dass sie sich stets als Regisseurin sah, doch die Kombination aus Geschlecht und späterer körperlicher Erschöpfung durch die Menopause verhinderte jeden ernsthaften Versuch, diese Rolle einzunehmen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Sharon Stone

Wie alt ist Sharon Stone?

Sharon Stone ist 68 Jahre alt.

Welche Auszeichnungen hat Sharon Stone erhalten?

Sie gewann eine Golden Globe und einen Emmy. 1996 war sie für einen Oscar nominiert.

Was hat Sharon Stone über ihre Kindheit erzählt?

Sie beschreibt eine unkonventionelle Kindheit auf dem Land, bei der sie Tiere jagte, mit Waffen umging und als „seltsames Kind“ galt.

Welche gesundheitlichen Probleme hatte Sharon Stone?

2001 erlitt sie eine Hirnblutung und einen Schlaganfall. Die vollständige Genesung dauerte sieben Jahre.

Warum wollte Sharon Stone Regie führen?

Sie wollte hinter der Kamera arbeiten, stieß jedoch auf geschlechtsspezifische Hindernisse und gesundheitliche Einschränkungen durch die Menopause.