Die DOE sieht in der neuen Regelung schwere bürokratische und finanzielle Hürden und ruft Schulen auf, vorerst auf Busfahrten zu verzichten.
Was regelt die neue Ministerialentscheidung?
Die Entscheidung schafft ein einheitliches Regelwerk für alle Bildungsaktivitäten außerhalb der Schule. Sie gilt für öffentliche und private Grundschulen und trat mit der Veröffentlichung im Amtsblatt am 31. August 2026 in Kraft. Das Ministerium will damit ein offenes und nach außen gerichtetes Schulsystem fördern. Die Regelung umfasst sämtliche pädagogischen Maßnahmen im Rahmen des Schulalltags und der Jahresplanung. Sie soll Schulen ermutigen, sich stärker außerhalb der eigenen Räume zu öffnen und Schülerinnen und Schülern zusätzliche Lern- und Entwicklungschancen zu bieten. Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt wurde das neue institutionelle Rahmenwerk für alle außerschulischen Bildungsaktivitäten im Kontext des Schullebens und der Planung festgelegt. Das Ministerium betont das Ziel eines offenen, extrovertierten Schulsystems, das die pädagogische Wirkung von Aktivitäten außerhalb des Klassenzimmers stärkt. Die Entscheidung wurde ohne vorherigen Dialog mit den Lehrergewerkschaften erlassen, obwohl frühere Zusagen der politischen Führung einen solchen Dialog vorsahen.
Warum lehnt die DOE das neue Regelwerk ab?
Die Gewerkschaft kritisiert die einseitige Verabschiedung ohne vorherigen Dialog. Sie beanstandet die Bildung von Dreierkommissionen, Pflichtbewertungsberichte, Einträge im mySchool-System und enge Genehmigungsfristen. Diese Maßnahmen führten zu einem erheblichen Verwaltungsaufwand für Lehrkräfte. Zudem würden Verantwortlichkeiten für Fahrzeugtauglichkeit, Geschwindigkeitskontrollen und Einrichtungsprüfungen auf Begleitpersonen übertragen, obwohl diese Aufgaben allein der Polizei oder zuständigen Behörden obliegen. Die DOE betont eine tiefe Widersprüchlichkeit zwischen dem erklärten Ziel eines offenen Schulsystems und der tatsächlichen Bürokratie, die Lehrkräfte mit fremden Pflichten belaste und sie rechtlich exponiere. In ihrem Pressestatement heißt es wörtlich, die Entscheidung schaffe einen „primären administrativen und bürokratischen Wirrwarr“, der „fremde Verantwortlichkeiten“ auf die Lehrkräfte verlagere. Die Gewerkschaft erkennt zwar den pädagogischen Wert der Aktivitäten an, sieht jedoch eine grundlegende Kluft zwischen den erklärten Zielen und der praktischen Umsetzung. Die einseitige Thematisierung ohne Einbeziehung der Bildungsverbände verstärkt das Misstrauen gegenüber dem Ministerium.
Welche finanziellen und sozialen Auswirkungen befürchtet die DOE?
Die Gewerkschaft bemängelt das Fehlen von Vorkehrungen für einkommensschwache Familien. Das Ministerium habe keine Maßnahmen getroffen, um kostenlose Fahrten für alle Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten. Dadurch drohe der Ausschluss von Kindern aus ärmeren Haushalten von Ausflügen. Die DOE weist darauf hin, dass der Staat verpflichtet sei, die Teilnahme aller Kinder unabhängig vom Einkommen der Eltern sicherzustellen. Ohne solche Vorkehrungen entstünden neue soziale Barrieren, die dem pädagogischen Anspruch der Aktivitäten widersprächen. Die Ankündigung betont ausdrücklich, dass erneut keine Vorkehrungen für wirtschaftlich schwächere Familien getroffen wurden, obwohl der Staat verpflichtet sei, kostenlose Transporte für alle Kinder zu gewährleisten, damit kein Schüler oder keine Schülerin ausgeschlossen wird. Die fehlende staatliche Unterstützung verschärft bestehende Ungleichheiten und verhindert die gleichberechtigte Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler.
Welche Forderungen stellt die DOE?
Die Organisation verlangt die Rücknahme der Entscheidung und einen erneuten Dialog mit den Lehrergewerkschaften. Wichtige Punkte sind die Abschaffung der Dreierkommissionen, eine klare rechtliche Absicherung der Begleitpersonen, ein zentrales Register zertifizierter Transportunternehmen sowie die vollständige Übernahme von Sicherheitskontrollen durch staatliche Stellen. Außerdem soll der Staat die Kosten übernehmen, damit alle Schülerinnen und Schüler kostenfrei teilnehmen können. Die Forderungen umfassen zudem die Vereinfachung sämtlicher Verfahren und die Begrenzung der Verantwortung auf rein pädagogische Aufgaben. Konkret fordert die DOE die Einrichtung eines zentralen Registers zertifizierter Transportunternehmen, die Durchführung aller Sicherheitskontrollen ausschließlich durch zuständige staatliche Behörden, vollständige rechtliche Absicherung der begleitenden Lehrkräfte sowie die Vereinfachung aller Verfahren und die klare Begrenzung ihrer Verantwortung auf didaktisch-pädagogische Aufgaben. Nur durch diese Änderungen könne ein ausgewogenes und praktikables Regelwerk entstehen.
Wie reagieren die Schulen bislang?
Die DOE empfiehlt den Schulräten, sich bis zur Erfüllung der Forderungen auf Spaziergänge, Bildungsbesuche und pädagogische Aktivitäten ohne Busfahrten zu beschränken. Damit sollen die neuen bürokratischen Hürden umgangen werden. Die Gewerkschaft ruft die Kollegien auf, vorerst keine Fahrten mit Bussen zu planen, bis ein neuer Dialog zu einem überarbeiteten Regelwerk geführt hat. Dies soll Lehrkräfte vor unangemessenen Kontrollen und Haftungsrisiken schützen. Solange die Forderungen nicht erfüllt sind, sollen die Lehrerkollegien auf Busfahrten verzichten und sich auf Aktivitäten beschränken, die keine Busnutzung erfordern. Diese vorläufige Einschränkung soll den Druck auf das Ministerium erhöhen und gleichzeitig die Sicherheit der Lehrkräfte gewährleisten.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu den Schulausflügen
Seit wann gilt das neue Regelwerk?
Die Ministerialentscheidung wurde am 31. August 2026 im Amtsblatt veröffentlicht und gilt seitdem für alle Grundschulen in Griechenland .
Welche Aufgaben übernehmen die Dreierkommissionen?
Sie prüfen und genehmigen geplante Aktivitäten außerhalb der Schule und erstellen Bewertungsberichte, die in das mySchool-System eingetragen werden müssen.
Warum lehnen Lehrer Busfahrten vorerst ab?
Sie wollen die zusätzlichen Verantwortlichkeiten für Fahrzeugkontrollen und Sicherheitsfragen vermeiden, die bisher bei Behörden liegen.
Was fordert die DOE für einkommensschwache Familien?
Der Staat soll die Kosten für Fahrten vollständig übernehmen, damit kein Kind aus finanziellen Gründen ausgeschlossen wird.
Wie soll ein zentrales Register helfen?
Ein Register zertifizierter Transportunternehmen soll Sicherheitskontrollen zentralisieren und Lehrkräfte von dieser Aufgabe entlasten.
