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Plagiate von Andy Warhol: Wie ein internationales Netzwerk Millionen ergaunerte

Plagiate von Andy Warhol: Wie ein internationales Netzwerk Millionen ergaunerte

Eine US-Familie zahlte mehr als 6,7 Millionen US-Dollar für über 200 angebliche Werke von Andy Warhol. Die Klage vom 9. September 2026 in Miami richtet sich gegen Händler und Lieferanten in Florida, Philadelphia und Peru. Die Vorwürfe beschreiben gefälschte Stempel, niedrig deklarierte Lieferungen aus Peru und falsche Herkunftsnachweise. Der Artikel analysiert die beteiligten Personen, die Rolle des Galeristen Leslie Roberts und die strukturellen Schwächen des Kunstmarkts.

Wie die Familie über 6,7 Millionen US-Dollar ausgab

Die Familie Perlman erwarb innerhalb von zehn Monaten ab 2023 mehr als 200 Objekte aus der Galerie von Leslie Roberts in Coconut Grove, Miami. Die Zahlungen beliefen sich allein für die angeblichen Warhol-Werke auf über 6,7 Millionen US-Dollar. Die Stücke zeigten bekannte Motive wie Queen Elizabeth II., Debbie Harry und Superman. Die Werke wurden systematisch erworben, nachdem die Familie die Galerie besucht hatte. Die Klage beschreibt, dass die Perlman-Familie die Objekte als authentische Schöpfungen des Pop-Art-Künstlers betrachtete. Die Familie hatte die Galerie in der wohlhabenden Gegend von Coconut Grove aufgesucht und begann unmittelbar danach mit dem systematischen Erwerb. Innerhalb weniger Monate summierten sich die Ausgaben auf mehr als 6,7 Millionen Dollar allein für die vermeintlichen Warhol-Arbeiten. Die erworbenen Stücke umfassten einige der bekanntesten Motive des Künstlers, darunter Porträts der Queen Elizabeth II., von Debbie Harry und Superman. Die Perlman-Familie ging davon aus, dass es sich um echte Werke des Pop-Art-Vertreters handelte, und erwarb die Objekte über einen Zeitraum von zehn Monaten kontinuierlich.

Die Lieferkette aus Peru und Florida

Laut Klage wurden viele Leinwände in Peru handgefertigt und mit falschen Signaturen versehen. Auf Frachtpapieren wurde der Wert einzelner Stücke mit nur 30 US-Dollar angegeben. Ein weiterer Händler aus Florida soll gefälschte Stempel des Andy Warhol Foundation for the Visual Arts angebracht haben. Die Stiftung stellte die Echtheitsprüfung bereits 2012 ein und verkaufte verbleibende Bestände ausschließlich über Christie’s. Die Klage nennt zwei Männer in Peru, die die gefälschten Leinwände der Serie mit bedrohten Arten aus dem Jahr 1983 hergestellt haben sollen. Die angegebenen Werte von 30 Dollar werden als absurd niedrig für angeblich echte Warhol-Gemälde bezeichnet. Weitere Lieferanten umfassen einen Kunsthändler aus Florida, den Roberts auf der Art Basel Miami Beach kennengelernt haben soll, sowie einen pensionierten Zahnarzt, der mit der Firma WarholdandFriends verbunden war. Die Klage beschreibt, dass Werke teilweise in Peru von Hand gefertigt und anschließend in die USA transportiert wurden. Auf den Versanddokumenten waren Werte von nur 30 Dollar angegeben, was die Klage als absurd niedrig für angeblich authentische Warhol-Werke bezeichnet. Ein Händler aus Florida soll gefälschte Stempel der Andy Warhol Foundation angebracht haben, um den Eindruck einer Echtheitsprüfung zu erwecken. Die Stiftung hatte die Authentifizierung bereits 2012 eingestellt und ihre verbliebenen Bestände ausschließlich über Christie’s veräußert. Weitere genannte Lieferanten sind ein Kunsthändler aus Florida, den Roberts auf der Art Basel Miami Beach kennengelernt haben soll, sowie ein pensionierter Zahnarzt mit Verbindung zur Firma WarholdandFriends.

Die Rolle von Leslie Roberts und der Vergleich 2024

Roberts verkaufte die Werke an die Familie und schloss im Januar 2024 einen Vergleich mit ihr. Parallel bekannte er sich im Strafverfahren wegen Betrugs über elektronische Kommunikation schuldig. Die Urteilsverkündung ist für den 24. September 2026 angesetzt. Roberts erklärte gegenüber der Wall Street Journal, er habe selbst 3,3 Millionen US-Dollar investiert und sei ebenfalls getäuscht worden. Er gab an, die Galerie geschlossen zu haben und zeitweise ein Geschäft mit Labubu-Figuren betrieben zu haben. Roberts betont, dass seine Schuldeingeständnis der günstigste Weg gewesen sei, um aus der Sache herauszukommen. Roberts hatte die Werke an die Familie verkauft und schloss bereits 2024 einen Vergleich mit ihr. Im parallel laufenden Strafverfahren wegen Betrugs über elektronische Kommunikation bekannte er sich schuldig; die Urteilsverkündung ist für den 24. September 2026 terminiert. Gegenüber der Wall Street Journal erklärte Roberts, er habe 3,3 Millionen Dollar aus eigenen Mitteln investiert und sei selbst getäuscht worden. Nach der Anklage schloss er seine Galerie und betrieb zeitweise ein Geschäft mit Labubu-Figuren. Er bezeichnete sein Schuldeingeständnis als günstigsten Weg, um aus der Angelegenheit herauszukommen.

Weitere Beschuldigte und die FBI-Ermittlung

Die Klage nennt neben Roberts weitere Personen und Firmen in Florida, Philadelphia und Peru. Der Händler Nathan Eisen aus Philadelphia wird ebenfalls genannt; seine Galerie Dane Fine Art wurde im Juli 2026 vom FBI durchsucht. Eisen bestreitet jede Beteiligung an Betrug. Bereits 2015 war er wegen Geldwäsche verurteilt worden, nachdem er einem Undercover-Agenten Ratschläge gegeben hatte, wie Drogengelder über den Kunstmarkt geschleust werden könnten. Sein Anwalt lehnte jede konspirative Handlung ab. Die Klage richtet sich gegen mehr als sechs Personen und Unternehmen in Florida, Philadelphia und Peru. Der Händler Nathan Eisen aus Philadelphia steht ebenfalls im Fokus; seine Galerie Dane Fine Art wurde im Juli 2026 vom FBI durchsucht. Eisen bestreitet jede Beteiligung an Betrug. Bereits 2015 war er wegen Geldwäsche verurteilt worden, nachdem er einem Undercover-Agenten erklärt hatte, wie Drogengelder über den Kunstmarkt geschleust werden könnten. Sein Anwalt wies jede konspirative Handlung zurück.

Warum die Echtheitsprüfung scheiterte

Experten von Christie’s äußerten Ende 2023 erste Zweifel. Zwei angebliche Vertreter von Phillips bestätigten später die Echtheit, waren jedoch nicht für das Auktionshaus tätig. Als Roberts keine Nachweise für eine Verbindung zur Warhol-Stiftung vorlegen konnte, reichte die Familie Klage ein. Die Stiftung und Christie’s wollten sich nicht äußern. Die Familie hatte bereits 2024 gegen Roberts Klage erhoben; jenes Verfahren endete mit dem Vergleich im Januar. Ende 2023 äußerten Experten von Christie’s erste Zweifel an der Echtheit. Zwei Personen, die sich als Vertreter von Phillips ausgaben, bestätigten später die Echtheit, waren jedoch nicht für das Auktionshaus tätig. Als Roberts keine Nachweise für eine Verbindung zur Warhol-Stiftung vorlegen konnte, reichte die Familie Klage ein. Weder die Stiftung noch Christie’s wollten sich zu dem Fall äußern. Die Familie hatte bereits 2024 gegen Roberts Klage erhoben; jenes Verfahren endete mit dem Vergleich im Januar.

Strukturelle Schwächen des Kunstmarkts

Erin Thompson von der John Jay College of Criminal Justice erklärte der Wall Street Journal, dass die meisten Transaktionen privat erfolgen und daher kaum kontrollierbar sind. Dieselben gefälschten Werke könnten wiederholt verkauft werden, ohne dass dies auffällt. Die Klage wirft den Beteiligten vor, mit gemeinsamer Kenntnis der betrügerischen Verkaufsmethode gehandelt zu haben, ohne dass alle Lieferanten untereinander koordiniert waren. Die Perlman-Familie fordert, dass jeder Beteiligte zur Rechenschaft gezogen wird. Erin Thompson vom John Jay College of Criminal Justice erläuterte der Wall Street Journal, dass die meisten Verkäufe privat erfolgen und daher kaum kontrollierbar sind. Dieselben gefälschten Werke könnten täglich verkauft werden, ohne dass dies auffällt. Die Klage wirft den Beteiligten vor, mit gemeinsamer Kenntnis der betrügerischen Verkaufsmethode gehandelt zu haben, ohne dass alle Lieferanten untereinander koordiniert waren. Die Perlman-Familie fordert, dass jeder Beteiligte zur Rechenschaft gezogen wird.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu den Warhol-Fälschungen

Wie hoch war der Schaden der Familie Perlman?

Die Familie zahlte mehr als 6,7 Millionen US-Dollar für über 200 angebliche Warhol-Werke.

Wann wurde die Klage eingereicht?

Die Klage wurde am 9. September 2026 bei einem Gericht in Miami eingereicht.

Welche Rolle spielte Leslie Roberts?

Roberts betrieb die Galerie in Miami, verkaufte die Werke und schloss 2024 einen Vergleich mit der Familie. Er bekannte sich im Strafverfahren schuldig.

Woher stammten die gefälschten Werke?

Laut Klage wurden viele Stücke in Peru angefertigt und mit falschen Stempeln und Herkunftsnachweisen versehen.

Warum prüft die Warhol-Stiftung seit 2012 keine Echtheit mehr?

Die Stiftung stellte die Authentifizierung ein und verkaufte verbleibende Bestände ausschließlich über Christie’s.

Was geschieht mit Nathan Eisen?

Seine Galerie wurde im Juli 2026 vom FBI durchsucht. Eisen bestreitet Betrugsvorwürfe.