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Eurostat-Veröffentlichung zeigt anhaltende soziale Abwärtsspirale in Griechenland

Eurostat-Veröffentlichung zeigt anhaltende soziale Abwärtsspirale in Griechenland

Die Eurostat-Veröffentlichung „Key figures on European living conditions 2026“ zeigt, dass 27,5 Prozent der griechischen Bevölkerung 2025 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht waren. Das reale verfügbare Einkommen lag 22,3 Prozent unter dem Stand von 2010. 87,1 Prozent der Haushalte gaben an, zumindest teilweise Schwierigkeiten zu haben, mit ihrem Einkommen auszukommen. Der Bericht ordnet Griechenland damit weiterhin am unteren Ende der EU-Rangliste ein. Dieser Artikel fasst die zentralen Kennzahlen, den Zeitverlauf seit 2019 und den europäischen Vergleich zusammen.

Wie hoch ist das Armutsrisiko in Griechenland 2025?

27,5 Prozent der Bevölkerung galten 2025 als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Nur Bulgarien verzeichnete mit 29,8 Prozent einen höheren Wert. Gegenüber 2022 stieg der Anteil in Griechenland von 26,3 auf 27,5 Prozent. Bei Kindern unter 17 Jahren lag die Quote bei 29,6 Prozent. Im Vergleich zu 2019, als 17,9 Prozent der Bevölkerung und 21,1 Prozent der Kinder armutsgefährdet waren, hat sich die Lage verschlechtert. Nach ELSTAT-Daten stieg der Anteil armutsgefährdeter Personen bis 2025 auf 19,6 Prozent und die Kinderarmut auf 22,8 Prozent. Die Eurostat-Vergleiche zeigen, dass Bulgarien im selben Zeitraum seine Position verbesserte, während Griechenland weiter abrutschte. Der Indikator umfasst sowohl monetäre Armut als auch schwere materielle Deprivation und niedrige Erwerbsintensität der Haushalte. Die Verschlechterung betrifft alle Altersgruppen und zeigt, dass makroökonomische Fortschritte wie höhere Beschäftigungsquoten nicht bei der breiten Bevölkerung ankommen. Fast neun von zehn Einwohnern (87,1 Prozent) gaben an, zumindest einige Schwierigkeiten zu haben, mit dem Einkommen auszukommen – der mit Abstand höchste Wert in der gesamten EU.

Wie steht es um das reale verfügbare Einkommen?

Das mediane verfügbare Einkommen belief sich 2025 auf 13 612 Kaufkraftstandards pro Einwohner. Nur Ungarn und Rumänien lagen darunter. Der EU-Durchschnitt betrug 22 630 Kaufkraftstandards. Gegenüber 2010 ist das reale Einkommen in Griechenland um 22,3 Prozent gesunken. Im gleichen Zeitraum stieg der EU-Durchschnitt um 25,4 Prozent. Bulgarien überholte Griechenland mit 14 843 Kaufkraftstandards. Die Kaufkraftstandards gleichen Preisniveauunterschiede aus. Zwischen 2022 und 2025 zeigte der Wert Schwankungen, mit dem Tiefpunkt 2023 bei minus 28,4 Prozent gegenüber 2010. Nur Griechenland und Frankreich verzeichneten reale Rückgänge, während Rumänien plus 160,2 Prozent erreichte. Die Daten verdeutlichen, dass Griechenland die einzige große Volkswirtschaft mit einem derartigen langfristigen Rückgang ist. Das mediane Einkommen ist das Niveau, bei dem genau die Hälfte der Bevölkerung mehr und die andere Hälfte weniger verdient.

Wie viele Menschen haben Schwierigkeiten, mit dem Einkommen auszukommen?

87,1 Prozent der griechischen Haushalte gaben an, zumindest mit einigen Schwierigkeiten auszukommen. Der EU-Durchschnitt liegt bei 42,5 Prozent. In Deutschland waren es 18,3 Prozent, in den Niederlanden 19,8 Prozent. 18,1 Prozent der Haushalte konnten ihre Wohnung nicht ausreichend beheizen – der höchste Wert in der EU. Der subjektive Indikator erfasst auf einer Skala von eins bis sechs, wie Haushalte ihre Fähigkeit einschätzen, Grundbedürfnisse zu decken. Er ergänzt objektive Einkommens- und Deprivation-Zahlen und zeigt die wahrgenommene Belastung durch steigende Preise und stagnierende Löhne. Die Eurostat-Erhebung macht deutlich, dass fast neun von zehn griechischen Haushalten unter anhaltendem finanziellen Druck stehen. Bulgarien liegt mit 76,9 Prozent deutlich unter dem griechischen Wert.

Welche Belastungen bestehen bei Wohnkosten und Gesundheit?

26,4 Prozent der Bevölkerung gaben mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten aus. Der EU-Durchschnitt liegt bei 7,7 Prozent. 11,5 Prozent der Menschen berichteten von unerfüllten medizinischen Bedürfnissen. Alle 13 griechischen Regionen überschritten den EU-Höchstwert außerhalb Griechenlands. Die Quote reichte von 9,1 Prozent im Südlichen Ägäis bis 13,4 Prozent im Nördlichen Ägäis. Außerhalb Griechenlands lag der Höchstwert bei 9 Prozent in einer finnischen Region. Die Eurostat-Daten nennen als Hauptursachen Kosten, Entfernung und Wartelisten. Die flächendeckend hohen Werte in allen Regionen weisen auf strukturelle Probleme im Gesundheitssystem hin. Die Quote unerfüllter Gesundheitsbedürfnisse ist mehr als viermal so hoch wie der EU-Durchschnitt.

Wie hoch ist die materielle und soziale Deprivation?

14,9 Prozent der Bevölkerung konnten mindestens sieben von 13 als notwendig erachteten Gütern oder Aktivitäten nicht finanzieren. 27,3 Prozent verzichteten auf regelmäßige Freizeitaktivitäten. 67,2 Prozent stuften sich selbst als arm ein – der höchste Wert in der EU. Der EU-Durchschnitt bei schwerer Deprivation liegt bei 6,3 Prozent, bei subjektiver Armut bei 17,6 Prozent. Bulgarien folgte mit 36,1 Prozent subjektiver Armut. Die Lücke zwischen objektiven und subjektiven Indikatoren zeigt, dass die Bevölkerung die eigene Lage deutlich pessimistischer einschätzt als die reinen Einkommenszahlen vermuten lassen. Die schwere materielle und soziale Deprivation ist die dritthöchste in der EU nach Rumänien und Bulgarien.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Welche Quelle liegt den Zahlen zugrunde?

Die Daten stammen aus dem Eurostat-Bericht „Key figures on European living conditions 2026“ und ergänzenden ELSTAT-Erhebungen.

Seit wann ist das Armutsrisiko gestiegen?

Zwischen 2019 und 2025 stieg der Anteil armutsgefährdeter Personen von 17,9 auf 19,6 Prozent.

Wie schneidet Griechenland im EU-Vergleich ab?

Griechenland belegt bei fast allen Indikatoren die letzten drei Plätze, nur Bulgarien und Rumänien liegen in einzelnen Werten schlechter.

Warum wird das reale Einkommen mit Kaufkraftstandards gemessen?

Kaufkraftstandards gleichen Preisniveauunterschiede zwischen Ländern aus und ermöglichen direkte Vergleiche der tatsächlichen Kaufkraft.

Welche Folgen ergeben sich für die Gesundheitsversorgung?

11,5 Prozent der Bevölkerung konnten notwendige medizinische Untersuchungen nicht wahrnehmen, vor allem wegen Kosten und Wartezeiten.