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Intrum Report 2026: Sechs von zehn Griechen leihen sich Geld für Rechnungen

Intrum Report 2026: Sechs von zehn Griechen leihen sich Geld für Rechnungen

Laut dem European Consumer Payment Report 2026 von Intrum haben 60 Prozent der Griechen in den vergangenen sechs Monaten Geld geliehen oder eine Kreditkarte genutzt, um Rechnungen zu bezahlen. Europaweit liegt der Anteil bei 56 Prozent, dem höchsten Wert seit 2019. 37 Prozent der Griechen haben Zahlungen verzögert, 47 Prozent nutzen Buy-now-pay-later-Dienste. Der Bericht zeigt steigenden finanziellen Druck auf Haushalte und Unternehmen.

Warum leihen sich immer mehr Griechen Geld für laufende Rechnungen?

Der Intrum-Report 2026 dokumentiert eine deutliche Verschlechterung der Zahlungsfähigkeit privater Haushalte. 60 Prozent der Befragten in Griechenland gaben an, in den letzten sechs Monaten Geld aufgenommen oder Kreditkarten eingesetzt zu haben, um Rechnungen zu begleichen. Damit liegt Griechenland deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 56 Prozent. Der Wert ist der höchste seit 2019. Gleichzeitig haben 37 Prozent der Griechen mindestens eine Rechnung verspätet bezahlt. 47 Prozent nutzten Buy-now-pay-later-Angebote. Diese Zahlen zeigen, dass viele Haushalte ihre laufenden Ausgaben nicht mehr aus dem monatlichen Einkommen decken können. Der Bericht führt die Entwicklung auf anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit zurück, die nach zwei Jahren leichter Verbesserung wieder zunimmt. Viele europäische Verbraucher halten ihre finanziellen Verpflichtungen trotz dieser Unsicherheit aufrecht, doch die Widerstandsfähigkeit variiert stark zwischen Verbrauchern und Märkten. Zahlungsverzögerungen und die Abhängigkeit von Krediten nehmen zu. Haushalte unterscheiden sich erheblich in ihrer Fähigkeit, unerwartete Ausgaben zu bewältigen und steigende Kosten zu managen. Einige werden vorsichtiger beim Ausgeben, während andere auf flexible Zahlungsoptionen oder Zahlungsaufschub setzen. Die drei zentralen Trends im Report verdeutlichen, dass die Resilienz der Verbraucher ungleich verteilt ist und dass die Nutzung von Technologie zur Finanzverwaltung zwar zunimmt, die grundlegende Liquiditätslücke jedoch bestehen bleibt.

Wie unterscheidet sich die Situation in Griechenland vom europäischen Durchschnitt?

Europaweit haben 29 Prozent der Verbraucher in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Rechnung zu spät bezahlt. In Griechenland liegt der Anteil mit 37 Prozent deutlich höher. Auch bei der Nutzung von Buy-now-pay-later-Diensten zeigt sich ein Unterschied: 57 Prozent der Europäer haben solche Dienste bereits genutzt, 40 Prozent in den letzten zwölf Monaten. In Griechenland beträgt der Anteil 47 Prozent. Besonders auffällig ist die Nutzung von künstlicher Intelligenz zur Finanzverwaltung: 21 Prozent der Griechen setzen solche Tools ein, während der europäische Durchschnitt niedriger liegt. Der Report führt die höheren Belastungen in Griechenland auf anhaltende Auswirkungen der Energie- und Wirtschaftskrise zurück und stellt fest, dass die Widerstandsfähigkeit zwischen Verbrauchern und Märkten stark variiert. Die Resilienz der Verbraucher unterscheidet sich erheblich, und die Fähigkeit, unerwartete Ausgaben zu absorbieren, ist ungleich verteilt. In Griechenland erwarten 51 Prozent der Unternehmen ein Null- oder negatives Wirtschaftswachstum, was das Land in eine Gruppe mit Frankreich, Österreich, Polen und Tschechien einordnet. Diese Erwartungen verstärken den Druck auf Haushalte, die bereits verstärkt auf Kredite und Zahlungsaufschub angewiesen sind.

Welche Rolle spielt Buy-now-pay-later bei finanziell vulnerablen Haushalten?

Buy-now-pay-later-Dienste werden von 31 Prozent der finanziell vulnerablen Verbraucher mindestens einmal im Monat genutzt. Bei Verbrauchern, die ihre Finanzen aktiv managen, liegt der Anteil bei 9 Prozent, bei finanziell stabilen Haushalten bei 4 Prozent. Der Report betont, dass die Nutzung an sich nicht problematisch sein muss. Kritisch wird es jedoch, wenn die Dienste zur Bewältigung von Zahlungsschwierigkeiten eingesetzt werden. Mit der revidierten Verbraucherkreditrichtlinie CCD2 fallen diese Angebote nun unter strengere Regeln, die Verbraucher vor übermäßiger Verschuldung schützen sollen. Der Bericht weist darauf hin, dass die steigende Nachfrage nach Flexibilität bei Zahlungsterminen eine direkte Reaktion auf anhaltenden finanziellen Druck ist. Die Nutzung von BNPL als Bewältigungsstrategie für finanzielle Härten ist bei vulnerablen Gruppen besonders ausgeprägt. Gleichzeitig nutzen 21 Prozent der Griechen künstliche Intelligenz, um Ausgaben besser zu überwachen, doch die grundlegende Einkommenslücke bleibt bestehen und zwingt viele Haushalte weiterhin zu Krediten oder flexiblen Modellen.

Wie wirken sich verspätete Zahlungen auf Unternehmen aus?

Ein Drittel der europäischen Unternehmen sieht die eigene Existenz durch die wirtschaftlichen und energiepolitischen Rahmenbedingungen in den nächsten zwölf Monaten bedroht. In Griechenland erwarten 51 Prozent der Unternehmen ein Null- oder negatives Wirtschaftswachstum. 54 Prozent der griechischen Unternehmen geben an, ihre eigenen Lieferanten später zu bezahlen, weil Kunden verspätet zahlen. Diese Kettenreaktion verschärft die Liquiditätsprobleme entlang der Lieferkette. Der Report warnt, dass anhaltende Zahlungsverzögerungen die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union beeinträchtigen können und ein strukturelles Hindernis für Investitionen und Wachstum darstellen. Die verzögerten Zahlungen entstehen, weil Haushaltsgelder vor Monatsende aufgebraucht sind und sich die Liquiditätslücke auf die gesamte Lieferkette auswirkt. Ein Drittel der Unternehmen sieht die eigene Existenz bedroht, was potenziell Tausende oder Millionen von Jobs in Europa gefährden könnte. In Griechenland zeigt sich diese Domino-Wirkung besonders deutlich, da 54 Prozent der Firmen ihre Lieferanten verzögern, wenn eigene Kunden zu spät zahlen.

Wie nutzen Verbraucher Technologie zur Bewältigung finanzieller Belastungen?

Der Einsatz künstlicher Intelligenz für die persönliche Finanzverwaltung hat sich in Europa verdoppelt. In Griechenland nutzen 21 Prozent der Befragten entsprechende Tools. Die Technologie hilft Verbrauchern, Ausgaben zu überwachen und Zahlungsfristen besser zu planen. Gleichzeitig bleibt die grundlegende Liquiditätslücke bestehen, die viele Haushalte dazu zwingt, auf Kredite oder flexible Zahlungsmodelle zurückzugreifen. Der Bericht beschreibt drei zentrale Trends: viele Verbraucher halten ihre Verpflichtungen trotz Unsicherheit aufrecht, die Fähigkeit, unerwartete Ausgaben zu bewältigen, unterscheidet sich stark, und einige werden vorsichtiger beim Ausgeben, während andere auf flexible Optionen oder Zahlungsaufschub setzen. Die zunehmende Technologienutzung ist eine Reaktion auf die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Dennoch reicht der Einsatz von KI-Tools allein nicht aus, um die strukturellen Probleme auszugleichen, die aus verspäteten Zahlungen und steigender Kreditabhängigkeit resultieren.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Intrum Report 2026

Wie viele Griechen haben in den letzten sechs Monaten Geld für Rechnungen geliehen?

60 Prozent der Griechen haben Geld geliehen oder Kreditkarten genutzt, um Rechnungen zu bezahlen, so der Intrum European Consumer Payment Report 2026.

Welcher Anteil der Europäer hat Rechnungen verspätet bezahlt?

29 Prozent der europäischen Verbraucher haben in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine Rechnung zu spät bezahlt.

Wie häufig nutzen vulnerable Haushalte Buy-now-pay-later-Dienste?

31 Prozent der finanziell vulnerablen Verbraucher nutzen Buy-now-pay-later mindestens einmal im Monat.

Wie viele griechische Unternehmen erwarten negatives Wachstum?

51 Prozent der Unternehmen in Griechenland rechnen mit Null- oder negativem Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten.

Wie viele griechische Unternehmen verzögern Zahlungen an Lieferanten?

54 Prozent der griechischen Unternehmen geben an, Lieferanten später zu bezahlen, weil eigene Kunden verspätet zahlen.