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Mitsotakis kündigt Subventionen an der Zapfsäule und höhere Heizölzuschüsse an, kann eine Senkung der Sonderverbrauchsteuer jedoch nur mit einer EU-weiten Ausnahme umsetzen

Mitsotakis kündigt Subventionen an der Zapfsäule und höhere Heizölzuschüsse an, kann eine Senkung der Sonderverbrauchsteuer jedoch nur mit einer EU-weiten Ausnahme umsetzen

Das Treffen mit Präsident Konstantinos Tasoulas diente der monatlichen Lagebesprechung.

Warum rechnet Mitsotakis mit einem schwierigen Winter?

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis stellte nach seinem Treffen mit Präsident Konstantinos Tasoulas klar, dass die geopolitischen Verwerfungen auf den Energiemärkten anhalten werden. Er sprach von „einem schwierigen Winter in einem Umfeld beispielloser geopolitischer Turbulenzen“. Die Regierung sieht das Heizöl als erste Priorität, besonders in Nordgriechenland. Als konkrete Maßnahmen nannte Mitsotakis eine doppelte Intervention: eine direkte Subvention an der Zapfsäule, eine pauschale Erhöhung des Heizölzuschusses und die Fortsetzung der Unterstützung für Diesel. Diese Schritte sollen die unmittelbaren Belastungen für Haushalte abfedern. Die Maßnahmen sind als Reaktion auf anhaltende internationale Preisschwankungen gedacht, die sich direkt auf die täglichen Ausgaben der Bürger auswirken. Mitsotakis betonte, dass die Regierung die Situation genau beobachtet und gezielt eingreift, wo die Belastung am höchsten ist. Er verwies ausdrücklich darauf, dass die geopolitischen Turbulenzen „primär“ seien und die bisherigen Instrumente der Regierung nicht ausreichen könnten, um alle Auswirkungen abzufangen. Besonders in Nordgriechenland, wo Heizöl traditionell eine zentrale Rolle spielt, soll die erste Priorität gesetzt werden. Die doppelte Intervention soll sowohl kurzfristig an der Zapfsäule entlasten als auch über eine pauschale Erhöhung des Heizölzuschusses längerfristig wirken. Gleichzeitig wird die bestehende Diesel-Unterstützung fortgeführt, um die Kontinuität der Maßnahmen zu gewährleisten. Die genauen Beträge der Hilfen sollen in den kommenden Wochen festgelegt werden, wie aus dem Gespräch hervorgeht.

Wie will die Regierung die Sonderverbrauchsteuer senken?

Bei der Sonderverbrauchsteuer (EFK) auf Kraftstoffe sieht Mitsotakis keinen nationalen Spielraum. Er erklärte, eine Senkung sei nur möglich, wenn an anderer Stelle Ausgaben gekürzt würden. Stattdessen will er das Thema beim Europäischen Rat mit Nachdruck ansprechen. Eine Senkung könne nur gelingen, wenn die EU eine befristete Ausnahme von der Besteuerung fossiler Brennstoffe beschließe. „Europa muss an der Seite der Bürger stehen“, so Mitsotakis. Er verwies darauf, dass eine nationale Lösung ohne Gegenfinanzierung die Haushaltsstabilität gefährden würde. Deshalb setzt er auf eine gemeinsame europäische Regelung, die allen Mitgliedstaaten gleichermaßen Spielraum gibt. Der Vorstoß soll beim nächsten Treffen der Staats- und Regierungschefs ausführlich diskutiert werden. Mitsotakis kündigte an, das Thema „mit Nachdruck“ zu vertreten und eine „gesamteuropäische Ausnahme“ für eine vorübergehende Reduzierung der Steuer auf mineralische Kraftstoffe zu fordern. Ohne eine solche Ausnahme bleibe Griechenland auf nationale Maßnahmen beschränkt, die nur durch Einsparungen an anderer Stelle finanziert werden könnten. Er betonte, dass die EU in der gegenwärtigen Phase der Preisausschläge eine gemeinsame Verantwortung trage, um die Bürger zu entlasten. Eine nationale Senkung ohne Gegenfinanzierung würde andere Ausgaben kürzen müssen, was die Regierung vermeiden will.

Wie steht Griechenland an den Anleihemärkten?

Mitsotakis betonte die relative Stabilität Griechenlands. Dank der eingehaltenen Haushaltsdisziplin liege die Rendite griechischer Anleihen unter der von USA, Großbritannien, Frankreich und Italien. Die Wirtschaft wachse schneller als der EU-Durchschnitt, es entstünden Überschüsse, Schulden würden getilgt und gleichzeitig Reserven für soziale Maßnahmen aufgebaut. Diese Position erlaubt es der Regierung, trotz externer Schocks weiterhin handlungsfähig zu bleiben. Investoren honorieren die Konsolidierungspolitik mit günstigeren Konditionen als in mehreren großen Industriestaaten. Damit bleibt Griechenland ein sicherer Anlageort, auch wenn die globalen Märkte unter Druck stehen. Der Ministerpräsident hob hervor, dass die Anleger die „fiskalische Disziplin“ Griechenlands anerkennen und das Land daher günstiger als vier G7-Staaten Kredite aufnehmen könne. Gleichzeitig entstünden Überschüsse, das Schuldenniveau werde reduziert und Reserven für gesellschaftliche Unterstützung blieben erhalten. Diese Kombination aus Wachstum über dem europäischen Durchschnitt und Haushaltsdisziplin schaffe den Spielraum, auch bei anhaltenden externen Belastungen handlungsfähig zu bleiben. Die Märkte belohnen die Ausgabenkontrolle mit niedrigeren Zinsen.

Was sagte Präsident Tasoulas?

Präsident Konstantinos Tasoulas hob die enge Verknüpfung internationaler Entwicklungen mit der Innenpolitik hervor. Er erinnerte daran, dass die Bürger die Last tragen, aber auch die Möglichkeit bestehe, Herausforderungen zu bewältigen. Tasoulas äußerte die Hoffnung, dass die angekündigten Maßnahmen zum Heizöl besser starten als im Vorjahr, als der Zuschuss bei 1,75 Euro lag. Er ermutigte Mitsotakis, die europäischen Partner von einer zeitlich begrenzten EFK-Ausnahme zu überzeugen. Tasoulas wies auch auf die jüngsten Entwicklungen an den Anleihemärkten hin. Andere Länder sähen steigende Zinsen, weil ihre Defizite wüchsen. Griechenland bleibe dank Ausgabendisziplin in einer besseren Position. Der Präsident unterstrich, dass die Regierung die Belastungen so weit wie möglich abfedern könne, ohne die Stabilität zu gefährden. Er sprach von der „schweren und schwierigen“ Lage, die alle Länder betreffe, und betonte, dass internationale Entwicklungen direkte Auswirkungen auf die tägliche Lebensrealität hätten. Die angekündigten Maßnahmen zum Heizöl sollten „deutlich besser“ als im April des Vorjahres starten. Tasoulas äußerte die Erwartung, dass Mitsotakis die europäischen Partner von der Notwendigkeit einer befristeten Ausnahme bei der EFK überzeugen könne. Er erinnerte daran, dass Griechenland durch Ausgabenkontrolle und Vermeidung von Defiziten in einer günstigeren Lage sei als andere Staaten, deren Anleiherenditen steigen. Die Bürger tragen die Last, doch die Regierung könne Herausforderungen bewältigen und die Auswirkungen abmildern.

Welche weiteren Themen kamen zur Sprache?

Der Präsident berichtete von Gesprächen mit elf neuen Botschaftern. Diese hätten die guten bilateralen Beziehungen zu Griechenland hervorgehoben und gleichzeitig die internationale Unsicherheit als gemeinsame Herausforderung beschrieben. Tasoulas schloss mit dem Wunsch, dass die Regierung die Belastungen für die Bürger so weit wie möglich abmildern könne, ohne die Haushaltsstabilität zu gefährden. Die Botschafter aus Ländern wie Frankreich, Israel, Nigeria, den baltischen Staaten, der Schweiz und Dänemark hätten die positive Entwicklung der Beziehungen zu Griechenland betont. Gleichzeitig hätten sie die Auswirkungen der globalen Instabilität auf die jeweiligen Innenpolitiken hervorgehoben. Tasoulas sieht darin eine Bestätigung, dass Griechenland nicht allein mit diesen Herausforderungen steht. Er wies darauf hin, dass die neue Botschaftergeneration die bestehenden guten oder sogar ausgezeichneten Beziehungen weiter ausbauen wolle. Alle hätten jedoch die internationale Unsicherheit als Faktor genannt, der auch die jeweiligen Innenpolitiken beeinflusse und politische Spannungen verstärke. Daraus folge, dass Griechenland mit diesen Problemen nicht allein sei und realistische Chancen bestünden, die europäischen Partner von einer EFK-Ausnahme zu überzeugen. Die Botschafter erkannten die Stabilität Griechenlands an und wünschten eine Vertiefung der Beziehungen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Warum kann Griechenland die EFK nicht allein senken?

Ministerpräsident Mitsotakis erklärte, eine nationale Senkung sei nur durch Kürzungen an anderer Stelle finanzierbar. Deshalb setzt er auf eine EU-weite Ausnahmeregelung.

Welche Hilfen plant die Regierung für Heizöl?

Geplant sind eine Subvention direkt an der Zapfsäule, eine pauschale Erhöhung des Heizölzuschusses und die Fortführung der Diesel-Unterstützung. Die genauen Beträge sollen in den kommenden Wochen festgelegt werden.

Wie bewertet Präsident Tasoulas die Lage?

Tasoulas sprach von einer schweren, aber bewältigbaren Herausforderung. Er hofft auf bessere Bedingungen als im Vorjahr und unterstützt den Vorstoß bei der EU.

Warum ist Griechenland an den Anleihemärkten stabiler?

Dank Haushaltsdisziplin und Wachstum über dem EU-Durchschnitt liegen die Zinsen für griechische Anleihen unter denen mehrerer G7-Staaten.

Was bedeutet die EU-Ausnahme für die Bürger?

Eine befristete Senkung der Mineralölsteuer würde die Preise an der Zapfsäule direkt senken und die Heizkosten im Winter spürbar reduzieren, sofern die EU zustimmt.