Aktuelle Nachrichten aus Griechenland: Wirtschaft, Kultur, Politik, Sport, Gesellschaft, Inseln, Umwelt, Gesundheit, Reisen, Kriminalität, Technologie.
Gesundheit

Prävention in der Primärversorgung liefert doppelt so hohe finanzielle Vorteile

Prävention in der Primärversorgung liefert doppelt so hohe finanzielle Vorteile

Griechenland investierte 2024 3,1 Prozent der Gesundheitsausgaben in Prävention, Kanada 6,9 Prozent. Ein OECD-Bericht 2025 nennt 3 Millionen vorzeitige Todesfälle, von denen 75 Prozent durch bessere Primärversorgung vermeidbar gewesen wären.

Warum Prävention vor teuren Therapien schützt

Experten auf dem Healthworld-Kongress des Griechisch-Amerikanischen Handelskammer in Athen betonten, dass der Lebensstil bis zum 65. Lebensjahr die spätere Krankheitslast bestimmt. Prävention verzögert nicht nur den Ausbruch chronischer Erkrankungen, sondern reduziert auch die Notwendigkeit kostenintensiver Spätbehandlungen. Der kanadische Anteil von 6,9 Prozent der Gesundheitsausgaben für Prävention zeigt, dass höhere Vorabinvestitionen langfristig Einsparungen ermöglichen. Aris Alexopoulos von der Universität Kreta und Leiter des OECD-Zentrums in Kreta hob hervor, dass Patienten im komplexen Gesundheitssystem besser begleitet werden müssen, um unnötige Behandlungen zu vermeiden. Das demografische Altern stellt das System vor wachsende Belastungen, wenn nicht frühzeitig gegengesteuert wird. Kostas Athanasakis von der Universität Westattika ergänzte, dass der Weg des Alterns bereits vor dem 65. Lebensjahr festgelegt wird und dass jede Maßnahme bis dahin später nachwirkt. Der doppelte finanzielle Nutzen von Präventionsprogrammen entsteht dadurch, dass frühe Interventionen teure Folgebehandlungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs vermeiden. Griechenland hat seinen Anteil von 1,1 Prozent im Jahr 2013 auf 3,1 Prozent im Jahr 2024 gesteigert, liegt aber noch deutlich unter dem kanadischen Niveau. Ohne gezielte Begleitung der Patienten im System drohen höhere Gesamtkosten durch vermeidbare Komplikationen.

Was der OECD-Bericht 2025 zu vermeidbaren Todesfällen sagt

Der Bericht „Health at a Glance“ dokumentiert drei Millionen vorzeitige Todesfälle. Davon wären 75 Prozent durch gezielte Maßnahmen in der Primärversorgung verhinderbar gewesen, vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Aris Alexopoulos von der Universität Kreta und Leiter des OECD-Zentrums in Kreta hob hervor, dass Patienten im komplexen Gesundheitssystem besser begleitet werden müssen, um unnötige Behandlungen zu vermeiden. Die Zahlen zeigen, dass vor allem kardiovaskuläre Erkrankungen und onkologische Fälle frühzeitig beeinflusst werden können. Eine bessere Koordination in der Primärversorgung würde nicht nur Leben retten, sondern auch die Ausgabenstruktur nachhaltig verändern. Der doppelte finanzielle Nutzen von Präventionsprogrammen wird dadurch deutlich, dass Griechenland seinen Anteil von 1,1 Prozent im Jahr 2013 auf 3,1 Prozent im Jahr 2024 gesteigert hat, während Kanada bereits 6,9 Prozent erreicht. Die Experten wiesen darauf hin, dass ohne diese Investitionen die Belastung durch Multimorbidität im Alter weiter steigt und spätere Therapien teurer werden.

Wie Kosteneffizienz und Ergebnisorientierung zusammenhängen

Kostas Athanasakis von der Universität Westattika forderte, dass nicht die Menge der erbrachten Leistungen, sondern die erzielten Ergebnisse vergütet werden sollten. Eine Krankheit sei kein einzelnes Ereignis, sondern eine kontinuierliche Betreuungskette. Prävention bedeute, dass Leistungen für Zustände bezahlt würden, die gar nicht eintreten. Dies erfordere eine stärkere Beteiligung der privaten Versicherung, die in Griechenland bisher gering ausfalle. Die aktuelle Kultur der Gesundheitsfinanzierung belohne noch immer Volumen statt Wirkung. Ein Wechsel zu ergebnisorientierter Vergütung würde Anreize schaffen, präventive Leistungen stärker zu nutzen und langfristige Kosten zu senken. Athanasakis betonte zudem, dass die private Versicherung in Griechenland aufgrund kultureller Faktoren unterentwickelt bleibt und dass sowohl die soziale als auch die private Absicherung ihre Rollen neu definieren müssen. Nur so lasse sich der tatsächliche Wert jedes investierten Euros messen und die Belastung des Systems durch verzögerte Erkrankungen reduzieren.

Welche Rolle Sekundärprävention bei Menschen über 65 spielt

Manolis Saloustros, Präsident der Griechischen Gesellschaft für Onkologen und Pathologen, wies darauf hin, dass Prävention bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen schneller wirkt als bei Krebs. Für ältere Menschen sei entscheidend, wie sie ihre Jugend verbracht haben. Er forderte Instrumente, mit denen ermittelt wird, welche Interventionen für den einzelnen Patienten wirklich relevant sind. Nikos Dedes von der Vereinigung der Patienten Griechenlands ergänzte, dass ein koordinierender Arzt und ein vollständiger elektronischer Patientenakt notwendig seien. Die Sekundärprävention für Personen über 65 soll den Ausbruch schwerer Erkrankungen verzögern und die Lebensqualität erhalten. Ohne koordinierte Betreuung droht eine Überforderung der Betroffenen und ihrer Familien. Dedes hob hervor, dass Griechenland die höchste private Gesundheitsausgabe aufweist, was ältere Menschen besonders belastet, und dass Patientenstimmen bei der Auswahl von Interventionen gehört werden müssen. Familienentscheidungen können sonst zu falschen Prioritäten führen und unnötige Lebensverlängerung statt Lebensqualität fördern.

Was Vertreter von Politik und Wirtschaft fordern

Ilias Spirtounias vom Griechisch-Amerikanischen Handelskammer betonte, dass Innovation ohne passende Politik und Institutionen nicht ausreiche. Giannis Sarakakis forderte eine langfristige Zusammenarbeit aller Akteure. Lambrina Barbetsaki hob hervor, dass Gesundheit als Investition und nicht nur als Kostenfaktor gesehen werden müsse. Spiros Gkikas forderte transparente Verfahren für schnellere Technologieübernahme und Ausbildung des Personals. Gesundheitsminister Adonis Georgiadis verwies auf Fortschritte bei der Förderung von Innovation und Technologie. Die US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle betonte den gemeinsamen Nutzen einer verbesserten Patientenzugang zu Innovationen für beide Länder. Spirtounias unterstrich, dass die Entscheidungen von heute bestimmen, wie das System morgen auf Bedürfnisse reagiert. Nur durch gemeinsame langfristige Planung von Staat, Wissenschaft, Patienten und Wirtschaft lassen sich messbare Ergebnisse erzielen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Gesundheitsprävention

Wie hoch ist der Anteil der Prävention an den Gesundheitsausgaben in Griechenland?

Im Jahr 2024 betrug der Anteil 3,1 Prozent. Damit liegt Griechenland deutlich unter dem kanadischen Wert von 6,9 Prozent.

Wie viele vorzeitige Todesfälle könnten durch bessere Primärversorgung vermieden werden?

Der OECD-Bericht 2025 nennt drei Millionen vorzeitige Todesfälle, von denen 75 Prozent vermeidbar wären.

Warum ist die Vergütung von Ergebnissen statt von Leistungsvolumen wichtig?

Sie schafft Anreize, Prävention einzusetzen, weil Leistungen für nicht eintretende Erkrankungen honoriert werden können.

Welche Rolle spielt ein koordinierender Arzt bei Mehrfacherkrankungen?

Er führt den Patienten durch das System und sorgt für einen aktuellen elektronischen Patientenakt, der alle Fachdisziplinen einbezieht.

Was bedeutet Sekundärprävention für Menschen über 65?

Sie zielt darauf ab, bereits bestehende Risiken frühzeitig zu erkennen und den Ausbruch schwerer Erkrankungen zu verzögern.