Zehn Tage nach dem Absturz eines F-4E Phantom der griechischen Luftwaffe in Tanagra wurden bei der Bearbeitung der Leiche eines Piloten in Ioannina Cockpitteile und ein mögliches Höhenmesser-Fragment gefunden. Ein offizielles Dokument der Gerichtsmedizin Epirus vom 10. September 2026 belegt die Funde und die anschließende Übergabe an die Polizei.
Was wurde in Ioannina entdeckt?
Bei der Einbalsamierung der Leiche des 37-jährigen Staffelführers in Ioannina fanden sich mehrere Flugzeugteile im Leichensack. Dazu gehören ein grünes elektronisches Bauteil mit typischen Steckkontakten, ein Fragment mit der Skala „meters“ und den Zahlen 4000 und 8000 sowie eine Schnellverschluss-Schnalle von einem Fluggeschirr. Die Gerichtsmedizin Epirus informierte sofort die Polizei in Ioannina, die die Gegenstände beschlagnahmte. Das Dokument des Leiters der Gerichtsmedizin Epirus, Ioannis Aivatidis, vom 10. September 2026 beschreibt ein teilweise verbranntes Überlebenshandbuch der Luftwaffe sowie weitere metallische und elektronische Teile, die mit der Leiche transportiert worden waren. Die Polizei nahm nach einer eidlichen Aussage die Objekte als Beweismittel des Absturzes sicher. Ein weiteres schwarzes glänzendes Stück könnte ein Abdeckungsteil oder Isoliergehäuse sein, das Hitze oder Verbrennung ausgesetzt war. Die genaue Herkunft aller Teile wird nun laboranalytisch geklärt.
Warum sind die Teile Hunderte Kilometer vom Absturzort entfernt?
Der Absturz ereignete sich am 5. September 2026 bei Tanagra. Die Leichen wurden zunächst in Athen obduziert und dann nach Ioannina und Pyrgos überführt. Die Funde in Ioannina zeigen, dass bei der Bergung und dem Transport offenbar nicht alle Wrackteile vollständig vom Körper getrennt wurden. Experten sehen darin Hinweise auf eine unvollständige Spurensicherung. Das Auftauchen der Teile Hunderte Kilometer vom Absturzfeld entfernt wirft Fragen nach der Sorgfalt der Bergung auf. Behörden und Angehörige fragen, ob es sich um eine bloße Nachlässigkeit oder um eine gezielte Unterlassung handelt. Auch die Überführung der zweiten Leiche nach Pyrgos wird nun überprüft, da ähnliche Funde dort nicht ausgeschlossen werden können. Die räumliche Trennung der Fundstücke vom eigentlichen Absturzort erschwert die lückenlose Rekonstruktion der letzten Flugsekunden.
Welche Bedeutung hat das Höhenmesser-Fragment?
Ein Metallstück mit Skala und der Einheit „meters“ könnte Teil des Höhenmessers sein. Solche Daten sind für die Rekonstruktion des letzten Fluges in niedriger Höhe wichtig. Ob das Bauteil tatsächlich vom Höhenmesser stammt, müssen weitere Laboruntersuchungen klären. Das Dokument erwähnt ausdrücklich ein Fragment mit der Aufschrift „meters“ und den Werten 4000 und 8000, das auf den Höhenmesser hindeutet. Solche Informationen sind für die Analyse der Flugbahn unmittelbar vor dem Kontrollverlust von Bedeutung. Die Ermittler prüfen nun, ob weitere elektronische Platinen aus Radar-, Navigations- oder Waffensystemen des Phantoms vorliegen. Ein grünes Bauteil mit card-edge-Steckkontakten deutet auf ausfahrbare Platinen aus den Bordcomputern hin.
Welche Fragen bleiben offen?
Behörden und Angehörige fragen, warum keine systematische Kontrolle der Leichen auf Wrackteile erfolgte. Es wird diskutiert, ob es sich um ein Versehen oder eine gezielte Unterlassung handelt. Auch die Überführung der zweiten Leiche nach Pyrgos wird nun überprüft. Das Auftauchen der Teile wirft grundsätzliche Fragen zur Qualität der Spurensicherung auf. Es bleibt unklar, ob weitere Wrackteile bei der ersten Obduktion in Athen übersehen wurden und ob eine lückenlose Dokumentation aller Fundstücke erfolgte. Die Untersuchung soll klären, ob die Teile während der Obduktion oder erst beim Transport in den Leichensack gelangten.
Was sagt das offizielle Dokument?
Der Leiter der Gerichtsmedizin Epirus, Ioannis Aivatidis, schrieb am 10. September 2026, dass mehrere Gegenstände, darunter ein teilweise verbranntes Überlebenshandbuch der Luftwaffe, sichergestellt und der Polizei übergeben wurden. Die Polizei nahm die Teile als Beweismittel in die Ermittlungen auf. Das Schreiben betont, dass die Objekte mit der Leiche transportiert und zunächst übersehen worden waren. Es dokumentiert die sofortige Benachrichtigung der Polizei in Ioannina und die anschließende Beschlagnahme nach eidlicher Aussage. Das Dokument hebt hervor, dass die Fundstücke als Beweismittel des Absturzes der F-4E Phantom II zu behandeln sind.
Häufig gestellte Fragen
Welches Flugzeug ist abgestürzt?
Ein F-4E Phantom II der 338. Staffel der 117. Kampfgeschwader.
Wann und wo ereignete sich der Absturz?
Am 5. September 2026 mittags etwa drei Seemeilen südöstlich der 114. Kampfgeschwader bei Tanagra.
Wie viele Piloten kamen ums Leben?
Zwei erfahrene Piloten: Major Ioannis Blesias (40) und Staffelführer Dimitrios Petrou (37).
Wo wurden die Teile gefunden?
In Ioannina bei der Bearbeitung der Leiche des 37-jährigen Piloten.
Was geschah mit den Fundstücken?
Die Polizei in Ioannina beschlagnahmte sie und übergab sie als Beweismittel an die zuständigen Stellen.
