Aktuelle Nachrichten aus Griechenland: Wirtschaft, Kultur, Politik, Sport, Gesellschaft, Inseln, Umwelt, Gesundheit, Reisen, Kriminalität, Technologie.
Politik

Tassoulas betont historische Beziehungen zwischen Griechenland und Zypern in der Schifffahrt

Tassoulas betont historische Beziehungen zwischen Griechenland und Zypern in der Schifffahrt

Bei einem Dinner zu Ehren von Zyperns Präsident Nikos Christodoulidis hob er die gemeinsame maritime Tradition hervor und verwies auf Zyperns Position als drittgrößter Schiffsbestand in Europa und elftgrößter weltweit.

Welche Rolle spielt die Schifffahrt in den Beziehungen zwischen Griechenland und Zypern?

Präsident Tassoulas hob die lange gemeinsame Seefahrtstradition beider Länder hervor. Er erinnerte an eine 3700 Jahre alte Wandmalerei auf Thera, die Schiffe im Ägäischen Meer zeigt, und betonte, dass die See für den Hellenismus stets mehr als ein geografischer Raum gewesen sei. Die Schifffahrt verbinde beide Länder wirtschaftlich und kulturell. Er verwies darauf, dass Zypern heute den drittgrößten Schiffsbestand in Europa und den elftgrößten weltweit besitze. Das zyprische Register habe in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet. Von fünf Schiffen im Jahr 1963 sei die Flotte auf etwa 1000 Schiffe angewachsen. Die Präsenz von Schiffsmanagementgesellschaften und das gesamte zyprische Schifffahrtsökosystem haben Zypern zu einem der wichtigsten internationalen Zentren gemacht. Tasoulas betonte, dass diese Stellung nicht nur ein wirtschaftliches Ergebnis darstelle, sondern auch internationale Einflussnahme ermögliche. Die griechische und zyprische Schifffahrt könnten durch Unternehmertum und Know-how die europäische Wettbewerbsfähigkeit und internationale Stabilität stärken. In Zeiten geopolitischer Spannungen und gestörter Lieferketten gewinne die Stimme beider Länder in der östlichen Mittelmeerregion besondere Bedeutung. Er unterstrich, dass die Beziehungen historisch, brüderlich und zeitlos seien und die Schifffahrt einen zentralen Bereich der Zusammenarbeit bilde. Die See sei stets ein Weg der Kommunikation, ein Feld der Schöpfung und eine Quelle des Wohlstands gewesen. Für beide Länder gehöre sie untrennbar zur nationalen Identität.

Wie nutzt Zypern seine maritime Position international?

Tasoulas erklärte, die Position Zyperns sei nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg, sondern auch eine Form internationalen Einflusses. Zypern setze diese Stellung ein, um die Stimme Europas in der internationalen Schifffahrtsgovernance zu stärken. Über 80 Prozent des Welthandelsvolumens werden auf dem Seeweg transportiert, fast 90 Prozent des EU-Außenhandels ebenfalls. Er betonte, dass die freie und sichere Seeschifffahrt eine Voraussetzung für das Funktionieren der Weltwirtschaft sei. Neue Bedrohungen wie Cyberangriffe und Störungen von Navigationssystemen erweiterten den Begriff der maritimen Sicherheit. Die Entwicklungen im Roten Meer hätten gezeigt, wie verwundbar globale Lieferketten bei Störungen der Seeverkehre werden können. Zypern nutze seine Position, um die europäische Stimme in der internationalen Schifffahrtsregulierung zu stärken und gleichzeitig eigene wirtschaftliche Vorteile zu sichern. Die zyprische EU-Ratspräsidentschaft habe maritime Sicherheit und Resilienz maritimer Infrastrukturen zu europäischen Prioritäten erklärt. Diese Nutzung gehe über reine Wirtschaftsinteressen hinaus und trage zur Stabilität bei. Die Position ermögliche es Zypern, nicht nur die eigene Wirtschaft zu fördern, sondern auch die europäische Position in der globalen maritimen Governance zu unterstützen.

Welche gemeinsamen Initiativen gibt es in der maritimen Sicherheit?

Griechenland und Zypern arbeiten in trilateralen Formaten mit Malta, Ägypten und Israel zusammen. Eine institutionalisierte quadrilaterale Zusammenarbeit mit Italien, Zypern und Malta dient der gemeinsamen Interessenvertretung bei der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation und in der EU. Die zyprische EU-Ratspräsidentschaft habe maritime Sicherheit und die Resilienz maritimer Infrastrukturen als europäische Prioritäten gesetzt. Beide Länder sehen es als gemeinsame Verantwortung an, die Freiheit der Schifffahrt und die Versorgungsketten zu schützen. In einer Zeit geopolitischer Unsicherheiten und neuer Bedrohungen für kritische Seewege und Unterseekabel betonten beide Seiten die Notwendigkeit enger Koordination. Die quadrilaterale Zusammenarbeit ermöglicht es, gemeinsame Positionen sowohl im IMO als auch in der EU wirksam zu vertreten. Tasoulas hob hervor, dass Griechenland und Zypern als führende Schifffahrtsnationen eine besondere Verantwortung tragen und die maritime Dimension der Sicherheit gemeinsam vorantreiben. Die Zusammenarbeit erstrecke sich auf den Schutz der freien und sicheren Schifffahrt sowie auf die Resilienz kritischer maritimer Infrastrukturen.

Wie steht Griechenland zum Zypern-Problem?

Tasoulas bezeichnete das Zypern-Problem als internationale Frage der Invasion und fortgesetzten Besetzung seit 52 Jahren. Griechenland unterstütze eine beiderseits akzeptable Lösung auf der Grundlage einer zweizonigen, bikommunalen Föderation mit politischer Gleichheit, einer internationalen Rechtspersönlichkeit, einer Souveränität und einer Staatsangehörigkeit. Er wies Bestrebungen nach einem Zwei-Staaten-Modell zurück. Der Besuch des UN-Generalsekretärs im Juli, der erste seit 16 Jahren, zeige die anhaltende Bedeutung des Themas. Griechenland wirke konstruktiv an den laufenden Gesprächen mit. Griechenland bleibe der Souveränität und territorialen Integrität Zyperns verpflichtet und lehne Versuche ab, vollendete Tatsachen auf dem Boden zu schaffen. Die zyprische und griechische Diplomatie hätten wesentliche Anstrengungen unternommen, um Voraussetzungen für die Wiederaufnahme substanzieller Verhandlungen zu schaffen. Eine gerechte und tragfähige Lösung sei nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit für das zyprische Volk, sondern auch für die Sicherheit und Stabilität der weiteren Region. Die Bemühungen erfolgen in enger Abstimmung mit Zypern und im Einklang mit UN-Resolutionen. Griechenland bleibt dem vereinbarten Rahmen einer bizonalen bikommunalen Föderation treu und lehnt jede einseitige Veränderung des Status quo ab.

Welche Bedeutung hat die jährliche Regierungskonferenz?

Die jährliche Intergouvernementale Konferenz Griechenland-Zypern schaffe ein strukturiertes Rahmenwerk für die Zusammenarbeit in allen Bereichen. Beide Länder sähen sich als Stabilitätsfaktoren in der Südost-Mittelmeer-Region und setzten sich für friedliche Nachbarschaft und die Einhaltung des Völkerrechts ein. Die Konferenz bestätige die untrennbaren Bande und stärke die praktische Zusammenarbeit auf bilateraler, europäischer und internationaler Ebene. In Zeiten großer geopolitischer Unsicherheit und multipler Krisen gewinne diese Abstimmung besondere Bedeutung. Beide Staaten blieben unverändert auf die Förderung friedlicher Zusammenarbeit und guter Nachbarschaft ausgerichtet und handelten stets im Einklang mit dem Völkerrecht und dem Seerecht. Die Konferenz diene als Plattform, um gemeinsame Positionen zu festigen und die Zusammenarbeit konkret umzusetzen. Sie unterstreiche die historische, brüderliche und zeitlose Natur der Beziehungen und schaffe ein verlässliches Instrument für die praktische Umsetzung gemeinsamer Ziele.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist die zyprische Handelsflotte?

Zypern verfügt über den drittgrößten Schiffsbestand in Europa und den elftgrößten weltweit. Das Register hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Von fünf Schiffen 1963 wuchs die Flotte auf rund 1000 Schiffe.

Welche Handelsanteile werden auf See transportiert?

Mehr als 80 Prozent des weltweiten Handelsvolumens und fast 90 Prozent des EU-Außenhandels werden auf dem Seeweg abgewickelt.

Welche Lösung für das Zypern-Problem unterstützt Griechenland?

Griechenland befürwortet eine zweizonige, bikommunale Föderation mit politischer Gleichheit, einer Souveränität und einer Staatsangehörigkeit nach den UN-Resolutionen.

Seit wann gibt es die jährliche Regierungskonferenz?

Die jährliche Intergouvernementale Konferenz wurde eingerichtet, um die praktische Zusammenarbeit zwischen Griechenland und Zypern zu stärken.

Welche regionalen Kooperationen bestehen?

Es gibt trilaterale Formate mit Malta, Ägypten und Israel sowie eine quadrilaterale Zusammenarbeit mit Italien, Zypern und Malta.