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Politik

Trump und Xi: Treffen steht bevor – Wie realistisch ist die Unabhängigkeit von Chinas seltenen Erden?

Trump und Xi: Treffen steht bevor – Wie realistisch ist die Unabhängigkeit von Chinas seltenen Erden?

Am Rande des bevorstehenden Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping steht die Abhängigkeit der USA von chinesischen seltenen Erden im Fokus. Washington orientiert sich am japanischen Modell, doch die Erfahrungen Tokios zeigen: Ein Ausstieg aus Pekings Dominanz ist ein langwieriger Prozess.

Hintergrund: Warum seltene Erden entscheidend sind

Seltene Erden wie Neodym, Dysprosium oder Lanthan sind unverzichtbare Rohstoffe für Hochtechnologie-Produkte – von Smartphones über Elektroautos bis hin zu Militärtechnik. China kontrolliert derzeit rund 60 % der weltweiten Förderung und über 80 % der Weiterverarbeitungskapazitäten. Diese Marktmacht nutzt Peking immer wieder als geopolitisches Druckmittel, etwa während des Handelskonflikts mit Japan 2010, als Lieferungen abrupt gestoppt wurden.

Das japanische Modell: Ein Weg für die USA?

Japan hat nach der Krise 2010 massiv in alternative Lieferketten investiert. Durch Partnerschaften mit Australien, Myanmar und Kasachstan konnte Tokio seine Abhängigkeit von China bis 2025 auf etwa 50 % reduzieren. Doch der Prozess dauerte über ein Jahrzehnt und erforderte Milliardeninvestitionen in Minen, Recyclinganlagen und Forschung. Die USA folgen nun diesem Beispiel, allerdings mit Verzögerung: Erst 2023 startete Washington ein Programm zur Förderung heimischer Minen und internationaler Allianzen.

Die Herausforderungen für die USA

Experten wie die Analystin Jane Nakano vom Center for Strategic and International Studies (CSIS) warnen: "Die USA stehen vor drei zentralen Hürden: Erstens fehlt die notwendige Infrastruktur für die Weiterverarbeitung. Zweitens sind die Umweltauflagen in den USA deutlich strenger als in China. Drittens gibt es kaum qualifiziertes Personal für diesen hochspezialisierten Sektor."

[TO VERIFY: Aktueller Stand der US-Investitionen in alternative Lieferketten – konkrete Projekte und Zeitpläne]

Ein weiteres Problem ist die Zeit: Selbst optimistische Schätzungen gehen von mindestens fünf bis zehn Jahren aus, bis die USA eine signifikante Unabhängigkeit erreichen könnten. In dieser Zeit bleibt das Land verwundbar gegenüber möglichen chinesischen Exportbeschränkungen – insbesondere in Krisensituationen.

Das Treffen Trump-Xi: Symbolpolitik oder konkrete Fortschritte?

Das für September 2026 geplante Treffen zwischen Trump und Xi könnte erste Signale setzen. Während die USA auf eine Lockerung der chinesischen Exportkontrollen hoffen, dürfte Peking Gegenleistungen fordern – etwa im Bereich Technologietransfer oder Marktzugang. Bisher gibt es jedoch keine offiziellen Ankündigungen zu konkreten Vereinbarungen im Rohstoffsektor.

Klar ist: Selbst wenn beide Seiten eine Einigung erzielen, wird die Abhängigkeit von chinesischen seltenen Erden nicht über Nacht verschwinden. Die USA müssen parallel ihre eigenen Kapazitäten ausbauen – ein Prozess, der Jahre dauern wird und dessen Erfolg keineswegs garantiert ist.