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Türkische Behörden ergreifen Maßnahmen nach Fonds-Rücknahmeproblemen

Türkische Behörden ergreifen Maßnahmen nach Fonds-Rücknahmeproblemen

Die türkischen Behörden haben am Donnerstag Maßnahmen zur Stärkung der Finanzstabilität ergriffen, nachdem einige Investmentfonds Schwierigkeiten bei der Bedienung von Rücknahmen hatten. Die Zentralbank steigerte die Repo-Finanzierung auf 300 Milliarden Lira und verzehnfachte die Interbank-Kreditlimits. Die Kapitalmarktbehörde ordnete die Abwicklung von 130 Fonds mit einem Gesamtvolumen von 891 Milliarden Lira (21,4 Milliarden US-Dollar) an, die 353.000 Anleger betreffen.

Warum ordnete die türkische Aufsicht die Abwicklung von 130 Fonds an?

Die Kapitalmarktbehörde SPK stellte am Donnerstag sämtliche Käufe und Verkäufe von Anteilen bei Fonds von sieben Portfoliogesellschaften ein. Betroffen sind Tera Portfoy, Pusula Portfoy, Hedef Portfoy, Atlas Portfoy, A1 Capital Portfoy, Pardus Portfoy und Bulls Portfoy. Insgesamt 130 Fonds, darunter Geldmarkt- und freie Fonds, sollen abgewickelt werden. Das Gesamtvolumen beträgt 891 Milliarden Lira oder 21,4 Milliarden US-Dollar. Etwa 353.000 Anleger sind direkt betroffen. Die Maßnahme folgte auf starke Kursrückgänge an der Borsa Istanbul, die die Liquidität der Fonds belasteten. Die SPK entschied zudem, dass die genaue Abwicklungsmodalität vom Rat festgelegt wird. Die betroffenen Fonds werden über die Plattform TEFAS gehandelt. Die Entscheidung betrifft Fonds, die nach den im August geänderten Regeln Liquiditätsprobleme bei illiquiden Nebenwerten hatten.

Welche Schritte unternahm die Zentralbank zur Sicherung der Lira-Liquidität?

Die türkische Zentralbank CBRT erhöhte die Repo-Finanzierung auf 300 Milliarden Lira. Gleichzeitig wurden die Kreditlimits der Banken am Interbanken-Geldmarkt verzehnfacht. Ziel ist es, ausreichend Lira-Liquidität bereitzustellen und weitere Spannungen am Devisenmarkt zu vermeiden. Die Maßnahmen ergänzen die Entscheidung der SPK zur Fondsabwicklung und sollen die Stabilität des Finanzsystems sichern. Analysten sehen darin eine direkte Reaktion auf die Schwierigkeiten bei der Bedienung von Rücknahmen durch die betroffenen Portfoliogesellschaften.

Wie wurde die Eigenkapitalanforderung für Margin-Geschäfte gesenkt?

Die SPK reduzierte die Mindesteigenkapitalanforderung für Margin-Transaktionen von 35 auf 20 Prozent. Die Erleichterung gilt bis zum 2. Oktober 2026. Broker können die niedrigere Grenze nach ihren internen Risikomanagement-Richtlinien anwenden. Die Änderung soll den Marktteilnehmern zusätzlichen Spielraum verschaffen und die Belastung durch die jüngsten Kursrückgänge mildern.

Welche Fonds sind konkret von der Abwicklung betroffen?

Die Abwicklung umfasst fünf Fonds von Tera, zwölf von Pusula, 31 von Hedef, 16 von Atlas, neun von A1, 15 von Bulls und 42 von Pardus. Alle Fonds werden über die Plattform TEFAS gehandelt. Die SPK entscheidet über die genaue Abwicklungsmodalität. Die betroffenen Fonds umfassen sowohl freie Fonds als auch Geldmarktfonds und gehören zu den sieben genannten Portfoliogesellschaften.

Was sagen Analysten zur Reaktion der Behörden?

Piotr Matys, Senior Currency Analyst bei ITC Markets, erklärte, die entschlossene Reaktion von CBRT und Aufsicht habe Aktienanlegern Luft verschafft. Es sei jedoch noch zu früh, um von einem Ende des Kursrückgangs zu sprechen. Analysten führen die Liquiditätsengpässe auf die im August geänderten Fondsregeln und auf illiquide Nebenwerte zurück. Die Maßnahmen geben Anlegern vorerst etwas Atem, doch die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu den türkischen Fondsmaßnahmen

Wie viele Anleger sind betroffen?

Etwa 353.000 Anleger halten Anteile an den 130 Fonds, die zur Abwicklung vorgesehen sind.

Welches Volumen wird abgewickelt?

Das Gesamtvolumen der betroffenen Fonds beträgt 891 Milliarden Lira, umgerechnet 21,4 Milliarden US-Dollar.

Welche Gesellschaften sind involviert?

Sieben Portfoliogesellschaften: Tera, Pusula, Hedef, Atlas, A1 Capital, Pardus und Bulls.

Wie hoch ist die Repo-Finanzierung jetzt?

Die Zentralbank hat die Repo-Finanzierung auf 300 Milliarden Lira angehoben.

Bis wann gilt die gesenkte Eigenkapitalquote?

Die Senkung von 35 auf 20 Prozent gilt bis zum 2. Oktober 2026.